Stadt Warendorf dankt Manfred Kampelmann
Foto: Baumjohann
Fahnenabordnungen der Schützenvereine ehrten den ehemaligen ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt Warendorf, den am 3. April verstorbenen Manfred Kampelmann, durch ihre Teilnahme am Gedenkgottesdienst am Samstag in St. Laurentius
Foto: Baumjohann

Sich an die Konvention zu halten, nichts schlechtes über Tote zu sagen, fiel Dr. Hans Günther Schöler am Samstag in der Laurentiuskirche nicht schwer. „Mir würde über Manfred kein schlechtes Wort einfallen“, bekannte Schöler, der viele Jahre im Rat der Stadt mit Manfred Kampelmann zusammengearbeitet hatte – nicht in derselben Fraktion „und gewiss nicht immer einer Meinung“. Seine Überzeugungen habe der am 3. April dieses Jahres verstorbene Manfred Kampelmann  mit Bestimmtheit vertreten und sie mit Konsequenz umgesetzt, erinnerte Schöler im Gedenkgottesdienst, zu dem die Stadt Warendorf in die Laurentiuskirche eingeladen.

Weggefährten nehmen Abschied

Neben der Familie des Verstorbenen waren zahlreiche Weggefährten aus Politik, Schule und dem gesellschaftlichen Leben ebenso gekommen wie Fahnenabordnungen der Warendorfer Bürgerschützen und des Schützenvereins Vohren. Es galt, an den Altbürgermeister und ehemaligen stellvertretenden Schulleiter des Augustin-Wibbelt-Gymnasium zu erinnern, dessen Beisetzung wegen der corona-bedingten Auflagen in kleinem Kreis stattgefunden hatte.

Als bescheidenen, zurückhaltenden Menschen charakterisierte Schöler, früherer Fraktionssprecher der FDP im Rat, den verstorbenen CDU-Politiker in seiner Gedenkrede: „Einer, der immer für andere da war, aber auch das Leben zu genießen wusste.“ Manfred Kampelmann habe immer Verantwortung übernommen, auch außerhalb der Politik, rief Schöler das langjährige Engagement des Verstorbenen für die Wärmestube und damit „die ganz Armen unserer Gesellschaft, die den bürgerlichen Halt verloren hatten“ in Erinnerung.

Bürgermeister dankt einem Vorgänger

Für die Stadt Warendorf würdigte Bürgermeister Axel Linke den Verstorbenen, der, allerdings im Ehrenamt, einer seiner Vorgänger war: „Wir gedenken heute eines Menschen, den eine tiefe Verbundenheit mit seiner Familie, unserer Stadt und ihren Menschen auszeichnete.“

Linke erinnerte an die 35 Jahre, in denen sich Manfred Kampelmann die Geschicke Warendorfs in der Politik mitgestaltet hatte – zunächst als Sachkundiger Bürger, später als Stadtrat und Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, in leitenden Funktionen verschiedener Ausschüsse, als Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke und nicht zuletzt auch als ehrenamtlicher Bürgermeister – im Team mit dem damaligen Stadtdirektor Theo Dickgreber.

„Bei allem, was er tat, hatte Manfred Kampelmann stets das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger im Blick“, unterstrich Linke. „Immer suchte er den direkten Kontakt zu den Menschen. Immer ging es ihm um pragmatische Lösungen.“ Manfred Kampelmann habe Spuren hinterlassen, so Linke weiter: „In unseren Herzen. In unserer Stadt und in unserer Erinnerung. Dort lebt er weiter.“

Kreisdechant würdigt „Christenmenschen“

Kreisdechant Peter Lenfers, der den Gedenkgottesdienst mit der Gemeinde feierte, würdigte den Verstorbenen als Menschen, Familienvater sowie getauften und gefirmten Christenmenschen: „Er hat sein Leben aus dem Licht des Glaubens in die Hand genommen und gestaltet.“ 

Musikalisch gestaltet wurde der Gedenkgottesdienst durch Regionalkantor Bernhard Ratermann an der Orgel zusammen mit Georg Potthoff (Trompete) und Vokalistin Christiane Timphaus. 

 Wegen der corona-bedingten Auflagen war der Gedenkakt nur für geladene Gäste zugänglich. Anschließend hatten aber alle Bürger Gelegenheit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen.

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