Stadtmarketing-Domain führt zu Domina
Bild: Wild
Die ehemalige Internet-Adresse der Marketing Warendorf GmbH ist in die Hände eines Domain-Händlers gefallen. Inzwischen werden dort Inhalte angeboten, mit denen das Stadtmarketing lieber nicht identifiziert werden will. 
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Zwar gibt Warendorf Marketing inzwischen die Adresse der städtischen Homepage (www.warendorf.de) als offizielle Domain an. Aber die alte Adresse ist weiterhin existent – das Gedächtnis des weltweiten Netzes ist bekanntlich unvergesslich.

Folgenschwerer Fehler

Diesen Umstand machen sich professionelle Domain-Händler zunutze. Sie handeln mit begehrten Adressen, kaufen und verkaufen Rechte zu deren Nutzung. Auch die Warendorf Marketing-GmbH hatte, sich vor Jahren Rechte an mehreren Adressen reservieren lassen und musste dafür regelmäßig zahlen. Um Kosten zu senken, sollten kürzlich nicht benötigte Domains zurückgegeben werden. Dabei passierte ein folgenschwerer Fehler: Auch die genutzte Domain wurde gecancelt.

Gefundenes Fressen

Für Domain-Händler ein gefundenes Fressen, denn eine mit hohen Klickzahlen über Jahre etablierte Adresse ist für sie Gold wert. Und so landen diejenigen, die die alte Domain der Marketing-GmbH nutzen, auf einer völlig anders gestalteten Seite, die nur noch den Anschein erweckt, von Warendorf-Marketing zu sein. Sie ist eine Ansammlung von kommerziellen Links, die von beruflicher Weiterbildung bis zu erotischen Affären so ziemlich alles anbieten, was mit seriösen Stadtmarketing nichts zu tun hat.

Politische Irritationen

Der Fauxpas der Marketing-Truppe hat auch in der Politik für Irritationen gesorgt. Jochen Walter, gleichzeitig Geschäftsführer der Marketing-GmbH, musste in der Ratssitzung zugeben, dass es sich um einen „sehr bedauerlichen Fehler“ handele. Zurzeit seien die eigenen IT-Experten dabei, den Schaden zu begrenzen, sagte Walter am Freitag auf „Glocke“-Anfrage. Rückgängig machen könne man den Handel nicht.

Domain zurücklaufen?

Die Domain zurückzukaufen, würde mutmaßlich sehr teuer werden. Möglich wäre das. Auf der Seite gibt es einen Link, der verheißt: Wollen Sie diese Domain kaufen? Wer darauf klickt, dem erscheint ein Fenster, in das er sein Angebot eingeben kann. Die Firma, die dahintersteckt, verkauft nach eigenen Angaben mehr als 3500 Domains jeden Monat. Das monatliche Transaktionsvolumen soll bei mehr als sechs Millionen Euro liegen.

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