Stadtstraße Nord: Stoff für Streit
Bild: Wild
Mitten durch die Emsaue westlich des Münsterfelds wird der dritte Bauabschnitt mit einer Brücke ungefähr in diesem Bereich über die Ems geführt.
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Die Warendorfer Kommunalpolitiker können sich auf ein neues Streitthema einstellen, das sie in den kommenden Monaten beschäftigen dürfte – und das, obwohl nach jahrelangem Zögern und Zaudern jetzt mit einem einstimmigen Ratsbeschluss der Aufschlag gemacht wurde: Der dritte und letzte Bauabschnitt der Stadtstraße Nord wird ab 2021 realisiert.

Dritter Abschnitt vervollständigt Trasse

Rund 15 Jahre nach Fertigstellung der Bauabschnitte 1 und 2 ist das 2019 ein konsequenter Schritt, damit die bereits seit den 1990er-Jahren geplante Nord-Tangente fertig wird und damit auch ihre gewünschte Entlastungswirkung, für die bereits in den ersten beiden Abschnitten viel Steuergeld ausgegeben wurde, wirkungsvoll entfaltet.

Doch schon gibt es die ersten Widerstände aus der in der Nähe der Trasse wohnenden Bevölkerung, wie ein Leserbrief deutlich macht. Aus ihrer individuellen, aus persönlicher Sicht verständlichen Betroffenheit heraus formulieren die Anwohner, die Verkehrslärm und daraus resultierende Verlust an Lebensqualität und Wertminderung ihrer Immobilien befürchten, ihren Protest und fordern sogleich eine Einschränkung der Nutzbarkeit. Hauptargument: Eine Stadtstraße sei eine Stadtstraße und keine heimliche Ortsumgehung. Daher müsse der überregionale Verkehr herausgehalten werden.

Schon jetzt Kampf um Verkehrslenkung

Auch in der aktuellen Diskussion in der Kommunalpolitik wird das schon heute, obwohl die Eröffnung der Straße wohl bis 2022 / 23 auf sich warten lassen wird, angemahnt, wenn die FDP-Fraktion ein Verbot für die Nutzung durch Lkw ins Spiel bringt. Anders ausgedrückt: Für annähernd neun Millionen Euro soll eine Entlastungsstraße zu Ende gebaut werden, und schon jetzt wird überlegt, wie man (unerwünschten?) Verkehrsfluss über diese verhindern will.

Eine ausführliche Analyse mit Hintergrund zu den Straßenplanungen seit den 1970er-Jahren sowie weitere Leserbriefe zum Thema lesen Sie in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ vom 19. Oktober.

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