Stadtwerke warnen vor ihrem Partner RWE
Bild: dpa
Vorsicht, Hochspannung: Der Strom- und Gasversorger WEV (Stadtwerke Warendorf) warnt vor aggressiven Vertriebswerbern der RWE, die bei der WEV als Minderheitsgesellschafter mit im Boot sitzen.
Bild: dpa

Besonders pikant wird Schwöppes Warnung vor dem Hintergrund, dass er ausdrücklich vor dem Vertragsabschluss mit einem Konkurrenten warnt, mit dem er in der eigenen Gesellschaft im selben Boot sitzt: vor der RWE. Sowohl bei der Sparte Gas als auch beim Strom ist der Energieriese Minderheitsgesellschafter bei der Warendorfer Energieversorgung (WEV) und bestimmt über den Aufsichtsrat die Geschäftspolitik in Warendorf mit.

Der konkurrierende Partner baut laut Schwöppe mit der RWE Vertrieb AG auf den sogenannten „Door-to-door-Vertrieb“. Was Schwöppe aufhorchen lässt: „Oft werden externe Dienstleister vorgeschickt, deren Mitarbeiter sich als Angehörige der Stadtwerke ausgeben und auf Provisionsbasis Verträge verkaufen.“ Von solchen „Machenschaften“, wie es Schwöppe unverhohlen nennt, habe er über mehrere Kunden erfahren, die berichtet hätten, „an der Wohnungstür massiv bedrängt und überrumpelt worden zu sein“.

Schwöppe: „Wir können aufgrund der Rückmeldung etlicher verunsicherter Kunden feststellen, dass ganze Straßenzüge abgeklappert werden. Vertreter geben sich als Mitarbeiter der Energieversorger vor Ort aus oder sagen, dass sie mit den Stadtwerken kooperieren, und bieten den Kunden ganz individuelle und vermeintlich günstigere Versorgungstarife an.“

Selbstverständlich müssten sich die Stadtwerke dem Wettbewerb in der Branche stellen. Allerdings müsse dieser „seriös gelebt werden“. Dazu gehöre eine ausführliche, ehrliche Beratung, eine eindeutige Benennung des Versorgungsunternehmens und ein korrekter Preisvergleich der Strom- oder Gastarife. Schwöppe rät dringend vom Abschluss von Strom- und Gasverträgen an der Haustür ab. Einen Markt mit vielen hundert Anbietern könne „niemand zwischen Tür und Angel überblicken und ein seriöser Preisvergleich ist auf die Schnelle nicht möglich“. Der WEV-Chef verweist auf das Widerrufsrecht, von dem prinzipiell jeder Kunde bis 14 Tage nach Eingang des Vertragsschlussbestätigungsschreibens durch den neuen Lieferanten noch Gebrauch machen könne.

Ausdrücklich weisen die Stadtwerke in der Presseerklärung darauf hin, dass ihre Mitarbeiter grundsätzlich einen Dienstausweis hätten. Haustürgeschäfte würden nicht gemacht.

SOCIAL BOOKMARKS