Stakenkötter rückt in die zweite Reihe
Foto: Baumjohann
Zum Abschied gab es ein Fotobuch mit Impressionen aus 40 Jahren Kommunalpolitik: (v. l.) Norbert Offers, Erich und Anita Stakenkötter sowie Dr. Hans Günther Schöler erinnerten sich an viele Stationen gemeinsamer Arbeit.
Foto: Baumjohann

Anita Stakenkötter zieht sich in die zweite Reihe zurück. „Es ist schon komisch, sich immer öfter als Zuschauer zu fühlen“, bekannte die liberale Powerfrau am Freitagabend im Saal des Restaurants Jankovic. Dorthin waren neben Stakenkötter und ihrer Familie zahlreiche politische Weggefährten aus mehr als 40 Jahren Kommunalpolitik eingeladen.

 „Für mich ist der heutige Tag mit Wehmut verbunden“, sagt die langjährige FDP-Ratsfrau. „Ich würde lieber im Wahlkampf mitgestalten und an den Ständen aktiv sein.“ Das aber lässt ihre Gesundheit derzeit nicht zu. Dass sie aber auch zukünftig als Rat- und Ideengeberin in der Warendorfer FDP geschätzt sein werde, machte Nachfolger Heiner Kamp in seinem Grußwort deutlich: „Das ist heute keine Abschiedsfeier für irgendwas. Ihre Hilfe, Ihre Ratschläge sind uns sehr willkommen.“ 

Dass Anita Stakenkötter ihre politischen Positionen mit Vehemenz und Stärke vertreten habe, würdigte der heimische FDP-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Markus Diekhoff. „Ich war baff erstaunt, wie stark du warst“, erinnerte Diekhoff an eine der ersten Begegnungen im Bundestagswahlkampf 2004. 

„Du warst in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Beraterin und wandelndes Lexikon der Warendorfer Kommunalpolitik, sondern bist auch eine richtig gute Freundin geworden“, dankte FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Beate Janinhoff, während Fraktionskollege Günter Belt daran erinnerte, wie ausdauernd Stakenkötter für sein Mittun in Partei und Fraktion geworben hatte.

Impressionen aus 40 Jahren Kommunalpolitik überreichten Dr. Hans Günter Schöler und Norbert Offers. Gemeinsam hatten sie ein Fotobuch erstellt, das nicht nur viele historische Bilder enthält, sondern auch Grußworten von Stakenkötters Weggefährten (nicht nur) aus der Politik.

„Anita, es war toll, was du geschafft hast. Das war ein Fulltimejob“, lobte Schöler und ließ es sich nicht nehmen, auch aus dem Nähkästchen zu plaudern und daran zu erinnern, wie man den damaligen Generalsekretär der NRW-FPD auf dem von Stakenkötter initiierten Kaminfest der Liberalen als Patrick Lindner begrüßt habe. „Das war peinlich“, sagte Stakenkötter rückblickend. Der heutige Bundesvorsitzende Christian Lindner hatte es locker genommen: „Das passiert mir ständig...“ 

Glückwünsche und Dankesworte nahm Anita Stakenkötter auch von Warendorfs Stellvertretender Bürgermeisterin Doris Kaiser, dem Bezirksausschussvorsitzenden August Finkenbrink sowie dem Planungsausschussvorsitzenden Willi Schöning entgegen. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber haben immer nach einer gemeinsamen Lösung gesucht“, würdigte Kaiser das jahrzehntelange Engagement der Freckenhorsterin. 

„Sicher bin ich manchmal hartnäckig und unbequem gewesen“, erklärte Anita Stakenkötter in der Rückschau. Sie erinnerte an prominente Besucher wie Hans-Dietrich Genscher, Walter Scheel, Klaus Kinkel oder Egon Bahr und an das Ringen um das Beste für die Bürger der Stadt. „Danke auch an die anderen Ratsfraktionen. Das war nicht immer einfach“, blickte die Freckenhorsterin zurück. Nicht zuletzt dankte sie aber auch ihrem Mann Erich sowie den drei Kindern.

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