Statt LSB Freckenhorst neues Kombi-Bad?
Das Wasser wird abgelassen im Freckenhorster Lehrschwimmbad und damit weiterer Geldabfluss für  die Unterhaltung  gestoppt. Im Hauptausschuss des Warendorfer Rates prallten die Meinungen am Montag hart aufeinander. Die Mehrheit will eine Modernisierung und Erweiterung des Hallenbads Warendorf. Bild: Hildenbrand,

Im Hauptausschuss prallten die Meinungen  am Montagabend hart aufeinander, es gab eine Flut von Anträgen, die nur teilweise deckungsgleich waren und so mit wechselnden Mehrheiten abgestimmt wurden.

CDU, Grüne und FWG wollten keine Sanierung des maroden Lehrschwimmbads, SPD und FDP waren für eine schrittweise Sanierung, die 2018 mit 500 000 Euro anfinanziert werden sollte, aber über mehrere Jahre Millionen kosten würde – nach Einschätzung von Bürgermeister Axel Linke wohl drei Millionen Euro – mindestens.

Mehrheit für Neubau statt Sanierung

CDU, FWG und Grüne tendieren zu dem Neubau eines Lehrschwimmbeckens, der möglicherweise noch teurer sein könnte, dafür aber nachhaltig, weil Unterhaltungs- und Reparaturkosten auf lange Zeit günstiger wären. Doch damit hörten die Gemeinsamkeiten auf. Die CDU will die Standortfrage völlig offenhalten, tendiert aber zur Modernisierung des Hallenbads im Schulviertel und dessen Erweiterung durch ein zweites (Lehrschwimm-)Becken.

Das sehen auch die Grünen als Optimum an, wollten aber für den Fall, dass dies am Standort Von-Ketteler-Straße nicht möglich sein sollte, gleich einen Neubau in Freckenhorst priorisieren. Darauf wollte sich aber die CDU nicht vorher festlegen lassen, wobei Fraktionssprecher Ralph Perlewitz ausdrücklich einen Standort in Freckenhorst auch nicht ausschloss. Die FWG schließlich wollte den Neubau eines Lehrschwimmbads in Freckenhorst, und zwar in Kombination mit dem Neubau einer Sporthalle.

FDP-Wende und weitere Enthaltungen

Entscheidend war, dass sich FDP-Sprecherin Dr. Beate Janinhoff schon bei der ersten Abstimmung dem CDU-Antrag anschloss, während sich Grüne und FWG enthielten. Damit stand die SPD mit ihrem „Nein“ (und damit dem „Ja“ zur LSB-Sanierung) alleine da. Janinhoff begründete ihren Schwenk mit der erkennbaren Aussichtslosigkeit der ursprünglich von SPD und FDP gemeinsam vertretenen Sanierungslösung.

Aber auch der FWG-Antrag ging baden, weil er nur noch von der SPD (Sprecherin Andreas Kleene-Erke: „Immerhin wäre das die zweitbeste Lösung“) unterstützt wurde und an CDU und FDP bei Enthaltung der Grünen scheiterte. Zuvor war bereits der Grünen-Antrag von allen anderen abgelehnt worden.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ vom 5. Dezember.

„Glocke vor Ort“: Reaktionen der Bürger

Was bedeutet die Abstimmung im Hauptausschuss für betroffene Bürger, insbesondere auch für den Förderverein „Pro Bad“, ohne den das Lehrschwimmbad Freckenhorst längst nicht mehr in Betrieb wäre? Und könnte sich noch etwas bewegen bis zur entscheidenden Ratssitzung am 15. Dezember?

„Die Glocke vor Ort“ will nachfragen und kommt mit ihrem Redaktionsmobil am  Dienstag, 5. Dezember,  in die Stiftsstadt. Unser rollendes Redaktionsbüro wird zwischen 11 und 12 Uhr vor dem Lehrschwimmbad postiert sein. Wir wollen mit den potenziellen Nutzern, aber auch mit anderen Bürgern ins Gespräch kommen.

Wie wirkt sich die Beschlusslage auf den Schwimmunterricht aus, der zurzeit und bis Mittwoch kommender Woche noch stattfindet? Wie positionieren sich die Vertreter von „Pro Bad“ zu der Sachlage? Wie hat sich bisher bereits die „Hängepartie“, die die ungeklärte Situation – im Rat hatte es eine Mehrheit für den Erhalt des Bäderbetriebs gegeben, aber keine Mehrheit für die möglichen Lösungen Sanierung oder Neubau – verursacht hat, auf die Motivation vor Ort ausgewirkt? Wie wird die von Politikern immer wieder ins Feld geführte Verknüpfung zwischen Lehrschwimmbadbetrieb und der Erneuerung der ebenfalls sanierungsbedürftigen Sporthallen beurteilt?

Die Redaktion ist gespannt auf die Meinungsäußerungen der Bürger. In unserer Berichterstattung werden wir die geäußerten Meinungen zusammenfassen.

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