„Stiller Kamerad“ kommt nach Warendorf
Tiergestützte Therapien für einsatzgeschädigte Soldaten und hier insbesondere mit dem Pferd als  Stiller Kamerad  sind das Thema eines Dokumentarfilms, der am Donnerstag (7. März, 19.30 Uhr) erstmals in der Region im Warendorfer Kino  Scala  gezeigt wird. Im Wer möchte, kann anschließend im Kinosaal eine Podiumsdiskussion zum Thema verfolgen, zu der „Die Glocke“  einlädt.

Der Grund der starken Nachfrage liegt nicht nur im Film, sondern auch am Thema an sich: Es geht um die Therapie einsatzgeschädigter Soldaten mit Hilfe von Pferden. Der Dokumentarfilm „Stiller Kamerad“ zeigt die therapeutische Arbeit mit Pferden. Soldaten, denen die klassischen Therapieformen, die bei der Bundeswehr anerkannt sind, nicht geholfen haben, sind auf den Pferdehof von Claudia Swierczek gegangen, um dort mit Hilfe des „stillen Kameraden“ Pferd ihre traumatischen Kriegserlebnisse zu verarbeiten.

Filmer begleitet Therapie ein Jahr lang

Mehr als ein Jahr lang hat der Dokumentarfilmer Leonhard Hollmann eine Soldatin und zwei Soldaten der Bundeswehr zu der von Pferden gestützten Traumatherapie begleitet. Entstanden sind Porträts von Menschen, die sich allein gelassen fühlen, die sich aber beim Kampf gegen schlimme Kriegserinnerungen auf den „Kameraden Pferd“ verlassen können. In dem Film geben die Protagonisten offen Einblicke in die Ursachen und die Folgen ihres Traumas. „In der Interaktion mit den Pferden werden die seelischen Wunden sicht- und spürbar“, heißt es in einer Pressemitteilung zum Film.

Erst vor drei Wochen hat der „Stille Kamerad“ seine Kinopremiere gehabt, zuvor war das Werk lediglich bei Filmfestivals gezeigt worden. Beginn der Vorstellung in der Scala, Klosterstraße 5, ist am Donnerstag, 7. März, um 19.30 Uhr. Es gibt nur noch wenige Karten zum Preis von 7,50 Euro. Online gebuchte Tickets sind bis 19 Uhr an der Kasse abzuholen. Wer keine Karten mehr erhält, dem wird ein Ausweichtermin am 12. März, 19.30 Uhr, angeboten – dann aber ohne Diskussion.

Für Warendorf von besonderer Bedeutung

Die Vorführung von „Stiller Kamerad“ hat in und für Warendorf eine besondere Bedeutung. Denn der Film thematisiert die Therapie seelisch oder auch körperlich beeinträchtigter Menschen im Umgang mit dem Pferd – eine Aufgabe, der sich das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten, das seine Bundesgeschäftsstelle in Warendorf hat, seit nunmehr fast 50 Jahren widmet.

Und dann gibt es noch zwei weitere wichtige Institutionen mit bundesweiter Bedeutung mit Hauptsitz in Warendorf: In der Georg-Leber-Kaserne, nur einen Steinwurf von der Bundesgeschäftsstelle im Haus der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) entfernt, sind die Sportschule der Bundeswehr und das Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr untergebracht. Und dort geschieht unter anderem genau das, was auch Thema des Films ist: die Sporttherapie von Bundeswehrsoldaten, die an Körper und Seele verletzt aus Auslandseinsätzen in Krisengebieten zurückgekehrt sind.

Experten diskutieren auf „Glocke“-Einladung

Ob eine Therapie, wie sie der Film „Stiller Kamerad“ eindrucksvoll dokumentiert, auch ein Ansatz sein könnte, um sie in das offizielle Förderprogramm der Bundeswehr aufzunehmen, wird ein Thema einer Podiumsdiskussion sein, zu der „Die Glocke“ im Anschluss an die Filmvorführung einlädt. Der Regisseur, Kameramann und Produzent Leonhard Hollmann (Bild) hat seine Teilnahme zugesagt.

Als Experten für therapeutisches Reiten werden die Geschäftsführerin des Kuratoriums, Ina El Kobbia, und der Therapeut Dirk Baum teilnehmen. Er ist Vorstandsmitglied und Lehrbeauftragter des Verbands und gehörte einem Team an, das in Bethel mit traumatisierten britischen Soldaten gearbeitet hat. Als Bundeswehr-Vertreter sprechen Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule, und Oberfeldarzt Dr. Dörthe Lison, Leiterin der interdisziplinären Rehabilitation beim Zentrum für Sportmedizin.

Auch die Bundespolitik ist vor Ort

Die Bundespolitik vertritt der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (CDU, Westkirchen), der durch seine Kontakte zum Bundeswehrstandort Warendorf und zur Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sowie zum Kuratorium das Thema auch bereits auf seiner Agenda hat.

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