Stinkendes Trinkwasser ungefährlich?
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Das Trinkwasser der Stadtwerke Warendorf wird nach wie vor gechlort, da es Keime enthält, deren Herkunft unbekannt ist. Viele Bürger klagen über üblen Geruch des Wassers.
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 „Einige Bürger haben schon angerufen und beschrieben, dass ihr Leitungswasser muffig riecht“, sagt Lea Korthals, Pressesprecherin der Stadtwerke. „Das ist gesundheitlich aber absolut unbedenklich.“ Das zugesetzte Chlor verändere die Zusammensetzung des Wassers und sorge für eine Reaktion mit Eisen und Mangan. „Daher kommt der muffige Geruch“, so Korthals.

Ähnlich erklärt auch Dietmar Schulze Relau von der Wassertechnik den müffelnden Geruch. „Die Netze müssen sich erst einmal an das Chlor gewöhnen, da wir es ja normalerweise nicht zusetzen“, sagt der Techniker. Es sorge für chemische Prozesse, durch die das Wasser bei Kontakt mit Luft Gase freigebe. „Das ist unangenehm, hat aber keine gesundheitlichen Auswirkungen.“ Würde das Chlor dauerhaft zugesetzt, verschwände der schlechte Geruch mit der Zeit.

Bei den gefundenen Bakterien handelt es sich um Umweltkeime nicht-fäkalen Ursprungs, teilten die Stadtwerke im August mit. Zu diesem Zeitpunkt hieß es, dass von den Keimen „keine Gefahr“ ausgehe und „alle Maßnahmen rein vorsorglich getroffen“ würden („Die Glocke“ berichtete). Notwendig sei die Behandlung mit Chlor dennoch, sagt Korthals nun. „Durch das Chlor hat das Wasser wieder einwandfreien Zustand. Wenn wir es nicht chloren würden, sollte man das Wasser nicht trinken, da es schließlich verunreinigt ist.“ Zum Schutz der Verbraucher werde zwangsläufig desinfiziert. „Wenn wir die Ursache gefunden haben und die Chlorung einstellen können, wird das Wasser direkt am nächsten Tag wieder wie vorher sein“, verspricht Korthals.

Inzwischen seien alle Rohre und Prüfstellen kontrolliert und keine Fehler entdeckt worden. „Wenn, dann muss das Problem im Wasserwerk liegen.“ Am Wochenende würden dafür noch weitere Tests durchgeführt. „Wir hoffen, am Montag Genaueres zu wissen“, so Korthals. Bis dahin müssen die Warendorfer mit den unangenehmen Gerüchen leben. „Wer sich unsicher ist, kann das Wasser zum Beispiel für Babynahrung abkochen, aber eigentlich ist das nicht nötig“, sagt die Sprecherin. Für das heimische Aquarium könnte das aber vorerst eine Lösung sein.

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