„Stolpersteine“ zur Erinnerung
Bild: Baumjohann
Die ehemaligen Klassenkameradinnen von Liesel Michel-Binzer, (v. l.) Mathilde Laubrock, Erika Röhrs und Erika Brüggemann, übernehmen die Patenschaften für die ersten drei Stolpersteine, die in der Stiftsstadt verlegt werden sollen.
Bild: Baumjohann
Zur Vorbereitung dieser Aktion war der Historiker Matthias Ester, der auch im Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Warendorf“ aktiv ist, zu einer Veranstaltung ins Pfarrheim eingeladen worden.

Dort waren Vertreter verschiedener Vereine und Privatpersonen zusammengekommen, die in der Stiftsstadt „Stolpersteine“ zur Erinnerung an in der Nazizeit deportierte oder ermordete Mitbürger verlegen wollen. Unabhängig voneinander war die Idee der Stolpersteine für Freckenhorst im Heimatverein, dem SPD-Ortsverein, dem Verein Freckenhorster Bürgerhaus und im Katholischen Bildungswerk gereift. „Ich bin begeistert, dass sich so viele Energien bündeln“, brachte Maria Tönne  die Stimmung auf dem Punkt.

Die ersten Stolpersteine in der Stiftsstadt sollen am 18. November verlegt werden und an drei Mitglieder der Familie Michel erinnern, die im Haus Hoetmarer Straße 3 gewohnt hatten und am 31. Juli 1942 von Münster aus ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden waren. Bernhard Michel, Hilde Michel, geb. Rosenberg und Liesel Michel, verheiratete Michel-Binzer, haben die Shoah überlebt. Liesel Michel-Binzer, die nach der Naziherrschaft nach Freckenhorst zurückgekehrt war, dort die Volksschule besucht und 1957 ihr Abitur am Mariengymnasium gemacht hatte, lebt heute in Offenbach. Schon im Januar war sie zu einem Zeitzeugengespräch nach Warendorf gekommen und will an der Stolpersteinverlegung im November teilnehmen.

Auch Paten für die ersten drei Freckenhorster Stolpersteine fanden sich am Montag. Mathilde Laubrock, Erika Röhrs und Erika Brüggemann, ehemalige Mitschülerinnen von Liesel Michel, wollen die Finanzierung der Steine übernehmen.

Über das Engagement der Freckenhorster freute sich am Montag auch Peter Schilling, Gründungsmitglied des Vereins „Spuren finden“, der sich das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Münsterland auf die Fahnen geschrieben hat. „Derzeit gibt es im Münsterland 27 Initiativen, die sich um die Verlegung von Stolpersteinen kümmern.“ In Freckenhorst entsteht gerade die Initiative Nummer 28.

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