Streifzug durch die Laurentiuskirche
Bild: Poschmann
Das Gnadenild der „Glorreichen Jungfrau“ in der Laurentiuskirche steht am Wochenende des 19. und 20. August wieder im Mittelpunkt, wenn das kirchliche Heimatfest „Mariä Himmelfahrt“ gefeiert wird.
Bild: Poschmann

Kirchenvorstandsmitglied Hans-Jürgen Wiese entführte die Teilnehmer in einem kurzweiligen Rundgang in die Geschichte der ältesten Kirche Warendorfs. Themen waren dabei unter anderem der Altar und die „Schwarze Madonna“.

Die Stehsitze seien von heimischen Handwerkern ausgeführt worden. „Jeder der Stehsitze hat ein eigenes Gesicht.“ Naheliegende Vermutung: Die Gesichter könnten Abbilder der Vorgesetzten sein.

Interessantes erfuhr das Publikum auch zum Altar, der nach Erklärung Wieses die Bibel in Kurzfassung darstelle. „Die Leute konnten ja damals nicht lesen. Hier ist alles ablesbar, was die zentralen Dinge des Glaubens sind.“ Der Mittelteil sei noch im Original erhalten, die Seitenflügel Reproduktionen. Wird auf der Vorderseite die biblische Geschichte erzählt, sind auf der Rückseite Maria und Laurentius dargestellt. Wissenswertes erfuhren die Teilnehmer auch über die Schlusssteine im Kirchengewölbe, auf denen unter anderem das Lamm Gottes und das Bild „Phönix aus der Asche“ zu sehen seien. Ebenfalls im Kirchengewölbe finden sich Geige und Harfe spielende Engel.

Zwei Brände gingen in die Kirchengeschichte ein: Der große Stadtbrand von 1404, bei dem auch das Gotteshaus komplett niederbrannte, sowie knapp 600 Jahre später ein Feuer, das die Madonna von 1540 zerstörte. Am 23. Juli, ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2002, hatten Kinder mit Kerzen gespielt und so den Brand entfacht. Die Madonna konnte nicht mehr restauriert werden. Selbst die Goldkrone war durch die hohen Temperaturen geschmolzen.

Im Anschluss an die Führung durch den Kirchenraum ging es hoch hinaus in den Turm der Laurentiuskirche. Hier wurden die Teilnehmer im Turmmuseum von Hedwig und Paul Nünning begrüßt. Ein Gang über das Kirchengewölbe, ein wunderschöner Blick über die Emsstadt, eine Besichtigung des Glockenturms und kleine Anekdoten belohnten für den Aufstieg in luftige Höhen. Die Backsteine des nach 1900 entstandenen Kirchturms – wie auch der übrigen Kirche – stammen alle aus Warendorf.

Faszinierend war schließlich auch noch ein Blick auf das Uhrwerk der Kirche. Bis auf einen Taktgeber läuft hier alles rein mechanisch. Durch den elektronischen Impuls bedingt, läutet die Kirchenglocke in St. Laurentius 15 Sekunden später als die des Klosters. Richtig eng wurde es im Glockenturm, den die Besucher nur nach und nach erklimmen konnten. Dass die Turmuhr zur vollen Stunde schlug, war sicherlich ein besonders klangvolles Erlebnis.

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