Strom fließt unter der Ems hindurch
Bild: Kleigrewe
Rund 150 Meter lang ist die Strecke, die unter der Ems hindurchgebohrt werden muss. Mit Hilfe des Lenkbohrverfahrens kann der Bohrkopf um Hindernisse herumgesteuert werden.  
Bild: Kleigrewe

Den ersten Bauabschnitt von Füchtorf bis Milte  ist bereits abgeschlossen. Im zweiten Abschnitt geht es nun um die Strecke von der Milter Straße bis zur Umspannanlage am Hellegraben – und dabei muss unter anderem die Ems unterquert werden. „Dafür benutzen wir ein Lenkbohrverfahren, das umweltschonend und deshalb für das geschützte Gebiet der Emsaue besonders geeignet ist“, erläuterte Tiefbauunternehmer Robert Altefrohne am Montag bei einem Pressetermin.

Rund zwei Meter unter der Sohle der Ems schiebt sich der ferngesteuerte Bohrkopf durch das Erdreich. Wenn ein Hindernis geortet wird, kann er bei Bedarf die Richtung wechseln. Eine Methode, die teilweise auch im ersten Bauabschnitt angewendet wurde, um beispielsweise die Wurzeln von Straßenbäumen nicht zu beschädigen. Nach einer Pilotbohrung wird der Bohrkanal geweitet und mit einer Stützflüssigkeit haltbar gemacht. Danach werden Rohre eingezogen, durch die dann die Leitungen geführt werden.

„Das neue 500 Quadratmillimeter dicke Mittelspannungs-Erdkabel transportiert die dreifache Leistung im Gegensatz zur ursprünglichen 70 Quadratmillimeter dicken Überland-Leitung“, erläuterte Meltem Beutler, die bei der RWE-Tochter Westnetz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Parallel dazu werde noch ein 500 Quadratmillimeter starkes 10000-Volt-Kabel für das örtliche Stromnetz verlegt. Außerdem werden im Zuge dieser Baumaßnahme noch Leerrohre verlegt. „Durch diese Rohre können in Zukunft beispielsweise Glasfaserkabel für ein schnelles Internet in der Region gezogen werden“, so Meltem Beutler.

Rund zwei Millionen Euro investiert Westnetz in die derzeit laufende Verstärkung der Stromleitungen. Abgeschlossen wird die Erdverkabelung voraussichtlich im Juli. Danach wird dann in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern die rund sechs Kilometer lange Freileitung abgebaut.

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