Stromnetzvergabe spaltet die Politik
Um viel Geld geht es bei der Vergabe der Konzession für den Betrieb des Stromnetzes in Warendorf.

Diesen Zeitplan findet Marc-André Burgdorf „sehr ambitioniert“. Wie auch der Energieexperte der größten Fraktion, Alwin Wiggering, betont der CDU-Fraktionssprecher, dass noch zu viele Fragen offen seien, um sich schon jetzt auf einen der beiden Bewerber – RWE und die Bietergemeinschaft der Stadtwerke Münster und Osnabrück – festzulegen. Die Angebote seien mehrmals nachgebessert worden, sodass die bisher vorliegende Bewertung durch den von der Stadt engagierten externen Unternehmensberater nicht mehr aktuell sei.

CDU kritisiert Tendenz

Wiggering machte keinen Hehl daraus, dass er nach wie vor das Angebot der RWE für besser und verbindlicher hält. Die vom Bürgermeister vorgestellte Sitzungsvorlage sei tendenziös, die Empfehlung des Gutachters (MS / OS sei das wirtschaftlichere Angebot) sei fehlerhaft, da dabei (noch) nicht die Einbringung der WEV berücksichtigt worden sei. Heinz Nikelewski (FWG) kritisiert die vom Bürgermeister übernommene Bewertung des Gutachters gar als „Falschaussage“.

Rot-Grün für Entscheidung

Die Befürworter eines Zuschlags an die benachbarten Stadtwerke sehen dagegen Entscheidungsreife. Andrea Kleene-Erke (SPD) und Beata Wingenbach (Bündnis-Grüne) verwiesen auf die Wirtschaftlichkeitsanalyse des externen Beraters und sprachen sich klar für die kommunalen Partner aus. Tendenziell sei auch seine Fraktion für Münster / Osnabrück, sagte Dr. Hans Günther Schöler (FDP), doch erhofft auch er sich neue Erkenntnisse durch die Expertenanalyse der aktualisierten Angebote.

Walter für MS/OS

Bürgermeister Jochen Walter stellt sich hinter die Bewertung des Gutachters, dass das Angebot MS / OS nicht nur unter strategischen und kommunalpolitischen Aspekten, sondern auch „schon allein unter dem Renditeaspekt vorzugswürdig“ erscheine.

Weiterer Bericht über den erstmals öffentllich dargestellten Stand des Verfahrens sowie Zitate aus der Diskussion im Hauptausschuss in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ am 21. September. Die gesamte Stellungnahme der Verwaltung ist im Internet auf der Homepage der Stadt Warendorf nachzulesen.

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