Struwen im Gadem haben Kultstatus
Bild: Poschmann
Nach alter Sitte haben (vorne, v. l.) Marie-Luise Mönnigmann und Sabine Czwalinna am Karfreitag frische Struwen auf dem historischen Ofen gebacken.
Bild: Poschmann

Nach traditionellem münsterländer Rezept werden dort die Struwen in einer alten gusseisernen Pfanne zubereitet und anschließend heiß serviert. Rund sechs Kilogramm Teig, der aus Mehl, Hefe, Milch, Fett, Zucker und Rosinen besteht, wird dabei jedesmal, wohlportioniert versteht sich, an den Mann oder die Frau gebracht.

Viele Bürger der Emsstadt nahmen am Karfreitag die Gelegenheit war, um dem „Kleine-Leute-Haus“ einen Besuch abzustatten und dabei auch einen Einblick in die Geschichte Warendorfs zu bekommen. Doch auch außerhalb der Stadt ist die gute Tradition mittlerweile bekannt, und so manch Auswärtiger nutzt die Gelegenheit, in das Mietshäuschen einzukehren. Extra aus Westkirchen kamen etwa Heiner und Renate Uphoff, um die leckeren Struwen zu kosten. Lucas Andreatta stammt gebürtig aus dem italienischen Castelfranco Veneto, einem beschaulichen Städtchen von der Größe Warendorfs in der Provinz Treviso. Am Karfreitag lernte er eine deutsche Tradition kennen, die es so in Italien nicht gibt. Frittiertes wird dort vor allem zur Karnevalszeit serviert, mit den hier bekannten Struwen hat das allerdings nichts zu tun.

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