Suárez trifft und 100 000 jubeln
Bild: Brandt
Den Fifa-Künsten von Kushtrim (l.) und Seyyid (r.) schaute der spätere Gewinner Fisnik beim Turnier im Kinder- und Jugendzentrum HoT gebannt zu.
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Unnachahmlich geht er an Marcelo vorbei und zieht in Richtung Strafraum. Auch Abwehrrecke Sergio Ramos kann ihn nicht aufhalten. In der Zentrale bringt sich Luis Suárez schnellen Schrittes in Stellung. Messi schaut kurz auf und spielt ihm den Ball zu. Der Uruguayer ist schneller als Verteidiger Pepe und schießt unhaltbar für Torhüter Keylor Navas ein. Toooor! Suárez, Messi und Neymar liegen sich in den Armen. Das altehrwürdige Camp Nou erzittert in seinen Grundfesten, knapp 100 000 Fans jubeln. Dank des mustergültigen Angriffs führt der FC Barcelona gegen seinen Erzrivalen Real Madrid mit 1:0.

Die Szene stammt jedoch nicht aus der vergangenen Saison der spanischen Eliteliga Primera División, sondern spielt sich so oder ähnlich ständig im Kinder- und Jugendzentrum HoT ab. Die Protagonisten sind aber nicht die kickenden Stars der beiden spanischen Fußball-Schwergewichte, sondern Jugendliche, die ihre Idole an der Spielkonsole steuern. Wie bei Millionen rund um den Globus steht das Zocken des Videospiels Fifa auch bei den Jugendlichen im HoT hoch im Kurs. So hoch, dass dort nun zum wiederholten Mal ein Turnier ausgetragen worden ist – in diesem Fall im Rahmen der Ferienaktionstage.

„Wir haben noch einige andere Spiele für die Playstation 4. Aber die Jungs wollen eigentlich immer nur Fifa zocken“, erklärt Jugendpfleger Christian Otto, der als Turnierleiter fungierte und für die Auslosung der Partien verantwortlich zeichnete. Gespielt wurde im K.-o.-System. Zwölf Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren warfen ihre Fingerfertigkeit im Umgang mit dem Controller in die Waagschale. „Ich spiele auch zu Hause gerne Fifa. Darum rechne ich mir durchaus Siegchancen aus“, sagt Falk. „Es macht Spaß, sich mit den anderen zu messen“, ergänzt Finn. Besonders erfolgreich spielten Fisnik, Falk und Erhan. Sie belegten die ersten drei Plätze und durften sich über kleine Preise freuen.

Einziger Wermutstropfen eines ansonsten vollauf gelungenen Wettstreits: Da der Beamer nicht funktionierte, konnte das Turnier nicht via Leinwand, sondern nur auf dem Flachbildfernseher ausgetragen werden. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.

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