Telemedizin-Projekt im Josephs-Hospital
Bild: Wild
Visite mit Videokonferenz auf dem Großbildschirm: (v. l.) Krankenhausdirektor Peter Goerdeler und der Chefarzt der Intensivstation, Dr. Alexander Reich, freuen sich, dass das Josephs-Hospital an einem Telemedizin-Modellprojekt teilnehmen kann.  
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Rund 400.000 Euro erhält das Josephs-Hospital für das auf zunächst drei Jahre angelegte Modellprojekt, wobei das Gros der Fördersumme in Computer und IT-Technik investiert wird. Damit soll es möglich sein, während der Visiten auf der Station Live-Schaltungen in die Uni-Klinik Münster und weitere an dem Projekt beteiligte Krankenhäuser (sieben von 16 sind im Münsterland angesiedelt) aufzubauen.

Im Stile einer Videokonferenz tauschen sich dann Spezialisten verschiedener Krankenhäuser am Krankenbett des Patienten aus und erörtern die möglichen weiteren Behandlungsschritte. Verortet wird die Konferenztechnik, mit der den Partner-Ärzten auch der direkte Zugriff auf die elektronisch gespeicherten Patientendaten und Untersuchungsbefunde gewährt werden kann, auf der Intensivstation des Josephs-Hospitals.

Verlegung des Patienten nicht mehr notwendig

Chefarzt Dr. Alexander Reich unterstreicht, dass das System „ein interkollegiales Gespräch auf Augenhöhe“ möglich macht. So könne Kompetenz aus verschiedenen Kliniken gebündelt werden im Interesse des Patienten. Um eine ärztliche Zweit- oder Drittmeinung einzuholen, sei somit keine Verlegung des Patienten mehr notwendig, eine Echtzeitanalyse ersetze den früher erforderlichen zeitintensiver Versand von Patientenbriefen und Labordaten. Die Vernetzung könne sogar bis in die Hausarztpraxis ausgebaut werden.

Zunächst aber sollen im Rahmen des dreijährigen Modellprojekts Erfahrungen gesammelt werden. Sobald die Technik installiert ist, soll die tägliche Visite auf der neun Betten umfassenden Intensivstation des Josephs-Hospitals telemedizinisch erweitert werden. Bis zu einer halben Stunde pro Patient will sich das Team um Dr. Reich Zeit nehmen, um gemeinsam mit Spezialisten anderer Häuser die beste Lösung für die weitere Behandlung herauszufinden.

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