Telgter wegen Volksverhetzung verurteilt
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Eine viermonatige Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird, war das Urteil für einen Telgter, der wegen Volksverhetzung angeklagt war.
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Der 68-Jährige hatte in der Silvesternacht 2016/2017 über das Soziale Netzwerk Facebook „blonde Frauen“ dazu aufgerufen, „sich zu bewaffnen“ und aggressiven Moslems „ungefragt ein neun Millimeter großes Loch in den Kopf zu verpassen“.

„Facebook-Post war eine Metapher“

„Dieser Post ist aus Frust und Resignation entstanden. Zwei Monate vorher geschah der Mordfall Maria, ein Jahr zuvor gab es die Ausschreitung von sogenannten Schutzbedürftigen an Silvester. Vielleicht war auch Alkohol im Spiel“, führte der Angeklagte aus.

Sein Facebook-Post sei eine Metapher gewesen, ein Aufruf an Frauen, sich selbst zu schützen. „Den Post konnten lediglich meine damals 4800 Follower auf Facebook lesen. Bei denen bin ich nicht davon ausgegangen, dass einer von ihnen tatsächlich eine Waffe besitzt“, so der Angeklagte.

Angeklagter hatte drei Vorstrafen

Eine solche Formulierung war vollkommen überspitzt, er würde sie so nicht wieder wählen, erklärte der Angeklagte. Trotzdem handele es sich in dem Fall, so die zuständige Richterin, eindeutig um den öffentlichen Aufruf zu rechtswidrigen Handlungen.

Erschwerend komme dazu dass der Angeklagte bereits dreifach vorbestraft sei – wegen Steuerhinterziehung und Beleidigung. Dass der Angeklagte geständig war und sich entschuldigte – „‚Leider‘ ist es zu dieser Formulierung gekommen“, hatte dieser zuvor ausgeführt – seien allerdings Grund dafür, das Strafmaß zu mindern.

Urteil fällt milde aus

Eine viermonatige Freiheitsstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird, war das Urteil. Eine Auflage war zudem die Ableistung von 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Ein für die Anklage der Volksverhetzung – üblicherweise zwischen drei Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe – verhältnismäßig mildes Urteil.

Der Angeklagte zeigte sich dankbar: „Sie werden mich so nicht wieder erleben.“

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