Theatergruppe begeistert mit Macbeth
Bild: Havelt
Die Freie Theatergruppe Warendorf brachte William Shakespeares Macbeth auf die Bühne.
Bild: Havelt

Als Spielort diente der Innenraum der Klosterkirche, die zur Premiere mit 120 Besuchern ausverkaufte war. Im Schottland des 11. Jahrhunderts regiert König Duncan. Er hat zwei Söhne Malcolm und Donailban (auf den Zweiten wird in dieser Version verzichtet). Sein zuerst getreuer Feldherr Macbeth wird von seiner Frau dazu getrieben, den König zu ermorden. Macbeth setzt sich selbst die Krone auf. Verdächtig werden die Söhne, die – auch aus Angst, die nächsten Opfer zu werden – mit anderen Edelleuten nach England und Irland fliehen. Macbeth lässt alle ermorden, die von seiner Freveltat wissen oder etwas ahnen.

Unter Verdacht gerät er, weil er die Kammerdiener des Königsmordes beschuldigt und diese sofort erschlägt. Mit Unterstützung der Engländer in Person des Feldherrn Siward und seinen Getreuen kehrt Malcolm später nach Schottland zurück, besiegt Macbeth und tritt seine legitime Thronfolge an.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die von Schuldgefühlen geplagte Lady Macbeth bereits Selbstmord begangen. Über allem schweben die drei Hexen. Das Trio symbolisiert das Schicksal und setzt sich in der Klosterkirche auf drei Ebenen (Balkon, Kanzel, Altarraum) in Szene. Das Schicksal ist eben überall und thronte in diesem Fall auch über allem.

Die Umsetzung war gelungen. Da die komplette Kirche bespielt wurde kamen die Zuschauer nicht umhin, sich des Öfteren umzudrehen oder hochzuschauen, um alle Szenen sehen zu können. Den größten Applaus des begeisterten Publikums ernteten die beiden von Regisseur Jan Peter Lüffe in Szene gesetzten Hauptfiguren Macbeth (Andreas Meschede) und seine Lady (Elke Bokermann / kleines Bild). Beide präsentierten sich in prächtiger Spiellaune und zogen die Zuschauer in ihren intriganten Bann. Die von Machtgier und Ehrgeiz getriebene Lady, die schließlich keinen anderen Ausweg als den Freitod sieht, war die bisher wohl schwerste Rolle für Bokermann, die voll und ganz in der Figur aufging. Ein Sonderapplaus. Dazu ein Meschede, der die Wandlung vom Kriegshelden zum Mörder im Eiltempo vollzog und nach der Vorstellung erst einmal ein paar Minuten brauchte, um sich der Realität zu nähern.

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