Tiefe Einblicke in das Seelenleben
Bild: Poschmann
Zum 40. Geburtstag des Kunstkreises Warendorf haben am Sonntag Dr. Elmar Niehoff, der Künstler Hain Eric Diekel, Bürgermeister Jochen Walter und die Kunsthistorikerin und Journalistin Elvira Meisel-Kemper (v. l.) die Ausstellung „Ein Résumé“ eröffnet.
Bild: Poschmann

Jetzt hat der Künstler seine Ausstellung „Ein Résumé“ im Stadtmuseum Historisches Rathaus eröffnet. Noch bis zum 14. Juni 2015 werden die Bilder zu sehen sein. Was zunächst verstörend wirkt, wird im Zusammenhang mit der Biografie des Künstlers allerdings verständlich. Hain Eric Diekel hat in seinen Werken seine ganz persönliche Biografie verarbeitet und zum Ausdruck gebracht. Damit gewährt er schonungslos sich selbst gegenüber tiefe Einblicke in seine Empfindungen, seine Gefühlswelt, sein Seelenleben. Deutlich wird in den Gemälden die frühkindliche Prägung durch die schrecklichen Kriegserlebnisse seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, der diese in die Familie getragen hatte. Wie bei vielen anderen Künstlern auch, spielt die weibliche, die mutterbezogene Seite eine große Rolle auch bei Diekel. Ohne Schönfärberei hat der Maler den Alterungsprozess seiner Mutter in einem Triptychon verarbeitet, das auch ihren Tod nicht ausklammert.

„Er hat so manchen Protest geerntet. Doch der Künstler ist kein Psychopath, kein Kinderschänder oder Mörder. Er reflektiert auf seine Weise die Erlebnisse seiner Kindheit“, sagte die Kunsthistorikerin und Journalistin Elvira Meisel-Kemper in ihrer Einführung zur Ausstellung. „Der Tod findet sich in vielen Bildern, mal versteckt, mal deutlich und erschreckend sichtbar.“

er Kunstkreis Warendorf um seine Vorsitzende Renate Schulze Versmar, der die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Horst Breuer vom Kulturbüro der Stadt Warendorf initiiert hat, hat sich zum 40. Geburtstag mit dieser Exposition sich selbst und den vielen Kunstfreunden ein würdiges Geschenk bereitet. „Kunst sollte etwas bewirken und nicht im luftleeren Raum verpuffen. Kunst sollte Wachsamkeit stiften“, sagte Bürgermeister Jochen Walter. In diesem Sinn hätten die Ausstellungsmacher alles richtig gemacht. Hain Eric Diekel wurde in Ahlen geboren und studierte nach einer sozialpädagogischen Ausbildung Malerei und Grafik an der Fachhochschule Münster. Es folgte ein Studium der Kunst an der Kunstakademie in Münster. Diekel lebt mit seiner Familie seit 1993 in Laer (Kreis Steinfurt).

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