Tiefe Trauer um Thomas Oppermann
Archivfoto: Tenbrock
Ins Goldene Buch der Stadt Warendorf trug sich Thomas Oppermann (l.) im Beisein von Bürgermeister Axel Linke ein.
Archivfoto: Tenbrock

Oppermann war am Sonntagabend bei TV-Arbeiten mit dem ZDF zusammengebrochen und in der Uniklinik seines Wohnortes Göttingen verstorben.

Noch im Februar hatte der 66-Jährige, der am 27. April 1954 in Freckenhorst geboren wurde, Warendorf besucht und sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Am Abend hatte er zudem an der zweiten Talkrunde „Warendorfer Köpfe“ im Hotel „Im Engel“ teilgenommen.

Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup (Sendenhorst) äußerte sich auf Facebook schockiert über den plötzlichen Tod seines Parteikollegen und würdigte ihn „als einen Politiker mit Leidenschaft und einem klaren politischen Kompass“, mit dem er „sehr, sehr gerne zusammengearbeitet“ habe.

Ebenso betroffen zeigten sich Reinhard Hesse von der Buchhandlung Ebbeke und Gerd Leve vom Hotel „Im Engel“ als zwei der Moderatoren der Veranstaltung „Warendorfer Köpfe“. „Unfassbar“ sei sein erster Gedanke nach Erhalt der Nachricht gewesen, sagte Hesse der „Glocke“. Er habe den Sozialdemokraten als „weltoffenen, sympathischen und bodenständigen Menschen kennengelernt“. „Total schockiert“ zeigte sich auch Gerd Leve über den Tod „eines Mannes, der mitten im Leben stand“. Als Sympathieträger und souveräne Persönlichkeit sei er eine wahre Bereicherung für den Talkabend gewesen.

Obwohl Oppermann nur sein erstes Lebensjahr in Freckenhorst verbrachte – sein Vater war Betriebsleiter bei der Molkerei Freckenhorst – und ein Jahr nach seiner Geburt mit seiner Familie nach Einbeck in Niedersachsen zog, war er trotzdem „immer ein bisschen stolz darauf, ein Westfale in weiterem und Münsterländer in engerem Sinne zu sein“, da die „Westfalen halten, was die Rheinländer versprechen“. Dies verriet er, als er sich am 27. Februar im Beisein von Bürgermeister Axel Linke nachmittags im Historischen Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Warendorf eintrug.

Am Abend bekräftigte er das noch einmal bei der Veranstaltung „Warendorfer Köpfe“: Mit Blick auf seine damals 65 Jahre sei das „eine Jahr in Freckenhorst das wichtigste seines Lebens“ gewesen. Der vierfache Vater ließ keinen Zweifel daran, dass er seine Wurzeln in Warendorf sieht: „Für mich ist das eine Frage der Identität, wo man geboren worden ist. Ich pflege bis heute gute Verbindungen hierher“, hatte er vor den rund 200 Gästen gesagt. Er hatte zudem ein leidenschaftliches Plädoyer für Demokratie, Respekt und Kompromissbereitschaft gehalten.

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