Tierfreunde halten Mahnwache auf Kirmes
 Bild: Baumjohann
Sammelten Unterschriften: Die Teilnehmer der Mahnwache zwischen den Emsbrücken Christina Keller sind Gegner des Ponykarussells, das zur Himmelfahrt-Kirmes aufgebaut wurde. Dabei werde gegen artgerechte Tierhaltung verstoßen, bemängeln sie.
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„Kinder sollen Kontakt mit Tieren haben“, ist Keller überzeugt. „Das kann auf einem Ponyhof artgerecht stattfinden.“ Auf der Kirmes hingegen seien die Pferde beispielsweise dem Lärm ausgesetzt: „Die Ponybahn steht neben dem Musikexpress“, kritisiert die Tierschützerin. Zudem liefen die Pferde immer in einer Richtung im Kreis: „Das kann zu Muskel- und Gelenkschädigungen führen.“ Ständig wechselnde Reiter mit unterschiedlichem Gewicht sorgten für zusätzliche Belastungen der Tiere, ist Keller sicher. Auch könnte die Einhaltung von Vorschriften wie der regelmäßigen Ruhezeit für die Tiere auf dem Kirmesgelände nicht überprüft werden, sagt die Tierfreundin entschieden: „Das Veterinäramt kann nicht so lange vor Ort sein.“ Die während der Mahnwache gesammelten Unterschriften sollen demnächst dem neu gewählten Bürgermeister Warendorfs überreicht werden. Zudem habe man eine Onlinepetition gestartet.

Betreiberin weist Kritik zurück

Die Kritik der Aktivisten kann Ponykarussell-Betreiberin Edeltraud Reiling nicht nachvollziehen. Seit mehr als 30 Jahren kommt sie mit ihren Tieren zur Kirmes in die Emsstadt. „Selbstverständlich halten wir alle Vorschriften ein“, betont sie und verweist auf die großzügige Fläche, die den Tieren hinter dem Karussell zur Verfügung steht. Insgesamt neun Pferde hat Edeltraud Reiling mit nach Warendorf gebracht. Zur Kirmeseröffnung am Samstag waren vier in der Bahn unterwegs, weitere vier grasten freilaufend auf der umzäunten Fläche hinter dem Karussell und eines war im geräumigen Transportanhänger untergebracht. „Wenn zwei Hengste gleichzeitig auf der Wiese sind, könnte das Probleme geben“, begründet Reiling. Eine Tonne mit frischem Wasser stehe den Tieren als Tränke zur Verfügung, alle Pferde seien gesund, gepflegt und wohlgenährt. „Wir haben in all den Jahren noch nie Probleme mit dem Veterinäramt gehabt“, betont Edeltraud Reiling. Dass ihr das Wohlergehen ihrer Tiere am Herzen liegt, macht sie mit einem Beispiel deutlich. „Anfang Juli waren wir auf einem Volksfest in Werdohl. Dort war es so heiß, dass wir mit den Tieren zwei Tage lang nicht in der Runde waren.“

Veterinäramt sieht keine Mängel

Sowohl das Veterinäramt im Kreis Gütersloh, dort wo die Firma ihren Sitz hat, als auch das Veterinäramt des Kreises Warendorf hat keine Bedenken, macht Marktmeister Tim Sawukaytis deutlich. Sein Fazit lautet: „Es sind keine Mängel vorhanden.“

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