Training im Landgestüt nicht immer pferdegerecht
Foto: Bredenhöller
Staatssekretär Heinrich Bottermann und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) beim Besuch im Landgestüt Warendorf.
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Bei Trainingseinheiten Mitte April im Landgestüt Warendorf ist gegen Leitlinien zum Tierschutz im Pferdesport verstoßen worden. Das Training sei nicht pferdegerecht gewesen, heißt es in einem Bericht von Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) an den Landtag. Der Bericht wurde am Freitag, 4. Juni 2021 veröffentlicht.

Tierärzte, Züchter und Tierschützer als Experten

Die Experten, zu denen mehrere Tierärzte, Tierschützer und Pferdezüchter zählen, empfehlen, die im Landgestüt praktizierte Ausbildung auf den Prüfstand zu stellen. „Bei den zwei begutachteten Trainingssequenzen werde das Landgestüt seiner Vorbildfunktion hinsichtlich der angewandten Ausbildungsmethoden sowie der Behandlung der Pferde nicht gerecht“, heißt es in dem Bericht.

Trainingsmethode Rollkur

Zumindest für den Zeitpunkt der Videoaufzeichnungen gebe es Hinweise auf eine mangelnde Sensibilität im Umgang mit den Pferden. Bei der verbotenen Trainingsmethode handelt es sich um die sogenannte Rollkur. Dabei wird der Hals des Pferdes vom Reiter am Zügel stark gebeugt. Das Überdehnen kann erhebliche Schmerzen und Schäden am Genick auslösen.

Bottermann übernimmt Leitung

Die Leiterin des Landgestüts, Kristina Ankerhold, hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe um Versetzung gebeten. Staatssekretär Heinrich Bottermann übernahm auf Wunsch von Heinen-Esser die Leitung. Beim Kreis Warendorf als Aufsichtsbehörde läuft derzeit noch eine Überprüfung der Vorwürfe.

Videos durch Lehrgangsteilnehmer

Bei dem umstrittenen Training waren zwei junge Hengste unter Anleitung der Gestütsleiterin trainiert worden. Zeitgleich fand in der Halle ein Training der Deutschen Reitschule statt. Die Teilnehmer des Lehrgangs machten Videoaufnahmen und stellten diese der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zur Prüfung zur Verfügung.

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