Über den Kreuzweg zur Kirchenkritik
Bild: Wild
Der Warendorfer Egon Dammann setzt sich im Buch „Glaubwürdigkeit und Menschenwürde“ kritisch mit der Katholischen Kirche auseinander.
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In „Glaubwürdigkeit und Menschenwürde“ übt der 78-Jährige auch deutliche Kritik an der Amtskirche. Wenn die Katholikengemeinde vor jeder Kommunion bekennen muss, nicht „würdig“ zu sein, am gemeinsamen Mahl teilzunehmen, könnte der ehemalige Schulleiter verzweifeln. Die von Jesus gelebte und verkündete „bedingungslose Zuwendung der Liebe Gottes zu den Menschen“ werde ausgerechnet bei den Mahlfeiern abgeschwächt, wenn sich Christen zur Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit bekennen.

Mit seinen Skulpturen des Kreuzwegs in Telgte stelle der Künstler H.G. Bücker dagegen „die Frohbotschaft des Christus gegen die Drohbotschaft des Mittelalters“. Dammann erwartet auch von der Amtskirche Erneuerung, eine „menschenfreundliche Liturgie vor dem Hintergrund gelebter Menschenwürde“. Der bekennende Katholik ist sicher, dass sich die Kirche endlich bewegen muss, um nicht noch mehr Mitglieder zu verlieren: „Christen vor Ort handeln inzwischen selbstständig. Sie ignorieren in dieser Frage die Autorität der katholischen Kirche.“

Für den 78-jährigen Pädagogen ist „der vergessene Aufbruch“ das Schlagwort für das Zweite Vatikanische Konzil: „Es gelang der Kirche danach nicht, Jesu Einladung zum Abendmahl in seinem Sinn zu feiern.“ In diesem Zusammenhang verurteilt Dammann auch den Ausschluss von wiederverheirateten Geschiedenen von den Sakramenten.

Das Buch ist im „Luther-Verlag“ erschienen (ISBN 978-3-7858-06664-7)  und unter anderem in den Warendorfer Buchhandlungen Darpe und Ebbeke für 14,95 Euro zu kaufen.

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