Verdi klagt gegen den Fettmarkt-Sonntag
Archivfoto: Gabi Wild

Auch der verkaufsoffene zweite Adventssonntag (“Warendorfer Weihnachtsplätzchen“) steht auf der Kippe, wenn die Gewerkschaft Verdi vor Gericht mit dem Verbot der vom Rat in Warendorf beschlossenen Sonderöffnungszeiten erfolgreich sein sollte.

Archivfoto: Gabi Wild

 „Nach den von uns herbeigeführten Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts vom 28. August ist klar, dass die Ladenöffnungen in Warendorf rechtswidrig sind“, erklärte Verdi-Handelsexpertin Gaby Beuing.

Für eine Untersagung des verkaufsoffenen Sonntags aus Anlass der Bundeschampionate am 13. September kommt die Verdi-Initiative zu spät. Aber mit der am Montag verkündeten Klage stehen somit die vom Rat beschlossenen nächsten geplanten Einzelhandels-Sonderöffnungszeiten in diesem Jahr zu Fettmarkt (18. Oktober) und im Advent („Weihnachts-Plätzchen“ am 6. Dezember) auf der Kippe.

Konkurrenz zu Nachbarorten

Zu der von Einzelhandelsunternehmern und Kommunalpolitikern geäußerten Kritik an der Ablehnung verkaufsoffener Sonntage erklärt Gewerkschafterin Gaby Beuing: „Kommunalpolitiker und Einzelhändler haben hier eine ganz andere Position als eine Gewerkschaft. Den Einzelhändlern in Warendorf ist es egal, wie es den Einzelhändlern in den Nachbarorten geht, in verkaufsoffenen Sonntagen sehen sie eine Möglichkeit, Kunden aus den Nachbarorten nach Warendorf zu locken. Die Probleme der Händler in Telgte sind ihnen egal.“

Ganz anders sei die Haltung einer Gewerkschaft: „Wir wollen uns in Warendorf nicht gegen die Kolleginnen und Kollegen in Telgte ausspielen lassen. Uns ist es nicht egal, ob durch einen verkaufsoffenen Sonntag in Warendorf die Arbeitsplätze in Telgte gefährdet werden.“

„Keine Kirchturmpolitik“

Deshalb verfolge eine Gewerkschaft „einen solidarischen Ansatz und macht keine Kirchturmpolitik“. Die bei Verdi organisierten Arbeitnehmer wüssten, dass sie ihre Interessen nur gemeinsam durchsetzen können. Wer glaube, zusätzliche Einkaufstage könnten nennenswert verloren gegangene Umsätze zurückbrächten, der irre sich.

Beuing: „Kein Verbraucher hat Sonntag mehr Geld auf dem Konto als werktags, auch wenn er womöglich beim Wochenendausflug zahlungswilliger ist als in der Hektik des Alltags. Und bei millionenfacher Kurzarbeit schnallen viele den Gürtel enger.“

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