Verhängnisvolles Vorstrafenregister
In einer Fortsetzungsverhandlung ist am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Warendorf ein 23-Jähriger aus Beelen wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt worden.

Im ursprünglichen Verfahren waren am Montag zwei reumütige Jugendliche mit Ermahnungen davongekommen („Die Glocke“ berichtete). Der Beelener musste nun in einem gesonderten Verfahren gehört werden, weil er dem Erwachsenenstrafrecht unterliegt.

Unstrittig ist in der Beweisaufnahme, dass es am 8. September des vorigen Jahres auf der Laurentiusstraße in Warendorf zu einer zunächst verbalen und dann tätlichen Auseinandersetzung gekommen war. Dabei schlug der jetzt Angeklagte einem 18-jährigen Auszubildenden „in einer Notwehrsituation“ mit der Faust ins Gesicht. Dieser soll einen Freund des Angeklagten provoziert haben, und so sei es zu dem Faustschlag gekommen. Dass das Opfer dabei auch zu Boden gegangen und von mehreren Personen getreten worden sei, konnte weder in der ersten, noch in der Folgeverhandlung bewiesen werden.

Zum Verhängnis wurde dem 23-jährigen Beelener sein Vorstrafenregister: Insgesamt sechs Eintragungen seit 2005, darunter die jüngsten zwei wegen Körperverletzungsdelikten, stellen „für Ihr Alter schon eine ganze Menge dar“, so die Vorsitzende Richterin. Auch riet sie dem Angeklagten, sein Verständnis von Notwehr und Nothilfe zu überdenken, denn hiervon könne im vorliegenden Fall keine Rede gewesen sein. Während die Vertreterin der Anklage eine dreimonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung forderte, beließ es die Richterin bei einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro.

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