Verspätungen nach Zugunfall in Warendorf
Bilder: Baumjohann
Ein Sattelzug ist am Montagabend gegen 21.56 Uhr auf dem beschrankten Bahnübergang am Osttror in Warendorf in einen Zug der Eurobahn gekracht. Es hat mehrere Verletzte gegeben. Der Übergang und die Bahnstrecke mussten gesperrt werden, die B64 war teilweise unpassierbar.
Bilder: Baumjohann

Angaben der Polizei zufolge fuhr ein 48-jähriger Lkw-Fahrer mit seinem Sattelzug von der B 64 in die Splieterstraße. Da diese aufgrund von Straßenbauarbeiten gesperrt ist, wendete er. Als er sich mit seinem Fahrzeug auf den Schienen befand, senkte sich die Schranke des Bahnübergangs zwischen Zugmaschine und Auflieger. Der aus Richtung Bahnhof kommende Zug hatte nach der Signalanlage für den Zugverkehr freie Fahrt. Am Ende einer Linkskurve erkannte der 37-jährige Zugführer den auf den Gleisen stehenden Sattelzug und leitete eine Notbremsung ein. Anschließend öffnete er die Tür des Kabinenraums und warf sich auf den Boden. Dann kam es zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge. Durch die Wucht des Aufpralls riss der Sattelzug auseinander. Bei dem Unfall verletzten sich zwölf Personen leicht. Fünf wurden vor Ort behandelt, sieben in Krankenhäuser gebracht. Darunter befanden sich der Lkw-Fahrer, seine 38-jährige Beifahrerin, der Zugführer, der 27-jährige Zugbegleiter sowie ein 27-jähriger Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Nach den Ermittlungen vor Ort befanden sich zum Unfallzeitpunkt zehn Fahrgäste im Zug. Während der Unfallaufnahme war die B 64 von 22 bis 0.40 Uhr vom Freckenhorster Tor bis zum Osttor gesperrt. Im Laufe der Nacht wurden der Lkw und der Sattelauflieger geborgen. Der stark beschädigte Zug wurde am Dienstagmorgen durch einen anderen Zug zurück in den Bahnhof gezogen. Gegen 9 Uhr wurde der Bahnübergang für den Zugverkehr freigegeben. Allerdings fielen zahlreiche Züge aus oder hatten Verspätungen. Für den Autoverkehr war der Bahnübergang gesperrt. Der Sachschaden wird auf 1,75 Millionen Euro geschätzt.

Im Einsatz an der Unfallstelle waren außer Polizei und Bundespolizei fünf Rettungswagen und zwei Notärzte, der organisatorische Leiter Rettungsdienst des Kreises sowie die Löschzüge eins und zwei sowie Milte der Freiwilligen Feuerwehr Warendorf.

Zugverkehr zwischen Münster und Beelen stark beeinträchtigt

Am Dienstagmorgen fielen Züge von und nach Warendorf bis etwa 11 Uhr aus. Ab 8 Uhr gab es nach Angaben der Eurobahn einen Busersatzverkehr. Leider sei vorher kein Busunternehmen verfügbar gewesen, sagte Sprecherin Danica Dorawa. Den ganzen Dienstag kam es nach ihren Angaben anschließend zu Verspätungen von etwa zehn Minuten, da der beschädigte Zug ein Gleis blockierte, das normalerweise für Zugkreuzungen genutzt wird. Zwischen 12 und 14 Uhr sei das Platzangebot wegen des fehlenden Triebwagens zudem beschränkt gewesen, teilte die Sprecherin mit. Auch für Mittwoch rechnet die Eurobahn weiterhin mit Verspätungen von etwa zehn Minuten.

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