Videos zur Prüfung übergeben
Foto: Frerich
Das Landgestüt in Warendorf macht seit Tagen Schlagzeilen wegen eines umstrittenen Trainings zweier Hengste.
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„Es ist gut, dass jetzt die Behörde damit befasst ist, dort sitzen Fachleute“, erklärte Thies Kaspareit, Leiter der Abteilung Ausbildung bei der FN gegenüber der „Glocke“. Es gebe seitens des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft klare Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport und die Bilder seien eindeutig, so Kaspareit. „Nicht pferdegerecht“ lautete sein Urteil.

Die erste vorsichtige Einschätzung des NRW-Umweltministeriums, dass Training sei grundsätzlich nicht tierschutzrelevant, sei zu einem Zeitpunkt entstanden, als dort nicht alle Aufnahmen vorgelegen hätten, so Kaspareit. Die beiden Hengst waren unter Anleitung von Landgestütsleiterin Kristina Ankerhold in zu enger Halshaltung („Rollkur“) trainiert worden. 

Am Dienstag Gespräche mit Landwirtschaftsministerin

Die agrarpolitischen Sprecher der NRW-Regierungsfraktionen, Bianca Winkelmann (CDU) und Markus Diekhoff (FDP), teilten mit, am Dienstag zu den Vorfällen Gespräche mit Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zu führen. „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst und sind um eine schnelle Klärung des Sachverhalts bemüht“, sagte Diekhoff. 

SPD: Transparenz und entsprechende Maßnahmen

SPD und Grüne fordern einen Bericht der Landesregierung in der Umweltausschusssitzung am 9. Juni. „Dass das Training, gerade von jungen Hengsten, nicht zu jeder Zeit harmonisch ablaufen kann und Menschen auch mal Fehler machen steht außer Frage. Wenn dies jedoch so eindeutig tierschutzwidrig und über einen so langen Zeitraum wie beschrieben geschieht, kann nicht mehr von einer unglücklichen Momentaufnahme und wohl auch nicht von einem Einzelfall die Rede sein“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass aus Ahlen, Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft. „Das Ministerium sollte auf die Expertise der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zurückgreifen, die sich bereits kritisch geäußert hat.“ Sie fordert Transparenz bei der Aufarbeitung und entsprechende Maßnahmen.

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