Vorbilder prägen eigenes Frauenbild
Symbolbild: picture alliance/@gettyimages/Pascoe Naturmedizin/obs
Am Sonntag, 8. März, wird der Internationale Frauentag gefeiert. Weltweit nutzen Frauen den Tag, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen und daran zu erinnern, dass sie noch keinesfalls den Männern in allen Bereichen gleichberechtigt sind.
Symbolbild: picture alliance/@gettyimages/Pascoe Naturmedizin/obs

Sie kämpfen für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen. „Die Glocke“ hat sich den Tag zum Anlass genommen, um am Freitag auf dem Wochenmarkt in Warendorf mit Frauen ins Gespräch zu kommen – Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für die Warendorferinnen? Welche Frauen haben ihr eigenes Frauenbild geprägt? Wie schätzen Sie den Fortschritt zur Gleichberechtigung ein?

 Ricarda Reker-Nass freut sich, dass es einen solchen Tag gibt, da dadurch auf Frauenrechte aufmerksam gemacht werde. Ihr persönliches Frauenbild hätte vor allem die 2008 verstorbene deutsche Politikerin Annemarie Renger (SPD) geprägt, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die Demokratie in Deutschland stark gemacht hat. Aber auch ihre Großtante sei ihr ein großes Vorbild, da diese als Krankenschwester während des Zweiten Weltkrieges Verwundete versorgte. Ricarda Reker-Nass macht jedoch darauf aufmerksam, dass Frauen in heutiger Zeit vor allem aus wirtschaftlicher und politischer Sicht noch nicht vollkommen gleichberechtigt seien und auch das Zusammenspiel von Kindererziehung und Beruf noch ein Problem für Frauen darstelle.

Ähnliche Missstände sieht Loreen Glanemann (23). Sie kritisiert die „Geschlechter-Einkommenslücke“ sowie die mangelnden Frauenrechte in einigen Entwicklungsländern. Für sie habe der Weltfrauentag demnach eine wichtige Bedeutung, da so auf solche Themen aufmerksam gemacht werde. Ihr Frauenbild habe vor allem ihre Mutter geprägt.

Die Familie ist auch für Rita Gernet prägend in Bezug auf das eigne Frauenbild – jedoch aus einem anderen Grund. Die Frauen in ihrer Familie „kommen aus einer Zeit, in der sie nicht die Möglichkeiten hatten, wie es sie heute gibt“. Da sie selbst jedoch die Chance gehabt habe, gezielt einen Bildungsweg zu verfolgen, habe sie das genutzt, um mehr aus ihrem Leben zu machen. Die vorherige Generation konnte das nicht.

Rita Gernet sieht durchaus noch Potenzial, was die Gleichberechtigung angeht. „Wahre Gleichberechtigung ist erst dann erreicht, wenn genausoviele inkompetente Frauen in Führungspositionen arbeiten, wie es bei den Männern der Fall ist.“ Mit einem Augenzwinkern fasst Rita Gernet humorvoll zusammen, was viele Frauen beschäftigt: Nämlich das Thema, dass vergleichsweise wenig Frauen mit ähnlichen Kompetenzen wie Männer in Führungspositionen arbeiten. Hier hoffe sie auf eine Veränderung.

Ordensschwestern als Vorbild

Auch Mechthild Schröder ist auf dem Wochenmarkt unterwegs und äußert sich zum Weltfrauentag. Für sie ist der 8. März „Anlass der allgemeinen Besinnung der Frauen“. Ihr eigenes Frauenbild hätten Ordensschwestern in ihrer Familie geprägt, die momentan in Afrika im Einsatz seien. Die Gleichberechtigung sei auf einem guten Weg, findet Mechthild Schröder und schaut positiv in die Zukunft.

Marktbesucherin Marion Fährenkemper ist überzeugt, dass mithilfe des Gedenktags die Gesellschaft dazu angeregt werde, daran zu denken, was Frauen alles leisteten. Im Laufe ihres Lebens gebe es immer mehr Frauen, die ihr eigenes Frauenbild prägten. Dazu zählen der 43-Jährigen zufolge vor allem berufstätige Frauen, aber auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen wie zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dennoch gebe es immer noch viel, was für die Gleichberechtigung zu tun sei, betont Marion Fährenkemper.

Dieser Meinung ist auch Doris Everwin, die den Weltfrauentag zwar als „ganz normalen Tag“ wahrnimmt, aber betonte, dass „vor allem Frauen, die für sich selbst einstehen, ihr Frauenbild positiv beeinflussen“. Auch für Carmen Schulze-Osthoff sei der Weltfrauentag ein normaler Tag. Für die 22-Jährige sei die Gleichberechtigung in Deutschland auf einem guten Weg. Vorwürfe über frauenfeindliche Songtexte von Künstlern wie „Finch Asozial“ sehe die 22-Jährige nicht so eng. Jedoch kritisiert sie, dass einige Berufe immer noch reine Männerdomänen seien. Hier will die angehende Landwirtin zeigen, dass „es auch anders geht“.

SOCIAL BOOKMARKS