Wallfahren in Buddenbaum trotz Corona
Bild: Baumjohann
Dass die Wallfahrtswoche 2020 nicht wegen der Corona-Pandemie ganz abgeblasen werden musste, freut  den Vorsitzenden Heiner Ruthmann, der im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten den Kapellenplatz säuberte. 
Bild: Baumjohann

In normalen Jahren wäre der Platz rund um die Kapelle so kurz vor dem Start der Wallfahrtswoche voller Menschen, wäre die Wallfahrtskapelle wieder einmal Treffpunkt und Zentrum der gesamten Bauerschaft Buddenbaum, weiß der Vorsitzende der Kapellengemeinde. Die Corona-Pandemie und auch der erneute Shutdown für den Kreis Warendorf haben das unmöglich gemacht.

Statt zahlreicher Helfer kümmerten sich Freitagabend nur wenige Buddenbaumer darum, die Vorbereitungen für die diesjährige Wallfahrtswoche zum Gnadenbild der „Mutter vom Guten Rat“ zu treffen. Und die wenigen, die mit anpackten, achteten gewissenhaft darauf, die vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten. Bloß kein Risiko eingehen.

Viel „Drumherum“ wird reduziert

So waren schon im Vorfeld der Vorbereitungsarbeiten traditionelle Aufgaben gestrichen worden. Einen Kranz über der Eingangstür der Kapelle wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Pilgertreff bleibt geschlossen, einen Bierwagen zum gemütlichen Beisammensein nach den Messen wird es nicht geben. Stattdessen ist der Kapellenplatz mit Ketten abgesperrt, der Zugang zu den im Außenbereich aufgestellten Stühlen kann nur über einen zentralen Eingang erfolgen.

„Dort wird ein Ordnungsdienst stehen“, sagt Ruthmann als Vorsitzender der Kapellengemeinschaft. Nur mit einer Voranmeldung im Hoetmarer Pfarrbüro ist die Teilnahme an einer der Messfeiern der Wallfahrtswoche in diesem Jahr möglich – und das auch nur, solange nicht alle rund 90 Plätze vergeben sind. Statt der üblichen Bänke stellten die Aktiven der Kapellengemeinde am Samstag Stühle auf dem Kapellenplatz auf – sorgsam darauf bedacht, den Mindestabstand von 1,5 Metern zur nächsten Sitzmöglichkeit einzuhalten. Lediglich ein paar Stühle stehen näher beisammen, Angehörige eines Haushaltes dürfen auch beim Gottesdienst nebeneinander sitzen.

Vorbereitungen auf wenige Schultern verteilt

Schon am Freitag waren weitere Aufgaben erledigt worden. Es galt unter anderem, den Altar im Außenbereich aufzubauen, die Lautsprecheranlage einzurichten, die Wallfahrtsfähnchen aufzustellen und den Rasen rund um den Kapellenplatz zu mähen. „Wir haben das bewusst gesplittet“, macht Heiner Ruthmann deutlich. Weder bei den Vorbereitungen der Wallfahrtswoche noch bei den Gottesdiensten, die im Laufe der Wallfahrtswoche an der Kapelle stattfinden, wolle man unnötige Risiken eingehen.

„Ich bin sehr froh, dass die Wallfahrtswoche zumindest in diesem Rahmen stattfinden kann“, sagt der Vorsitzende der Kapellengemeinde und berichtet von Abstimmungsgesprächen mit Pfarrdechant Manfred Krampe ebenso wie mit dem Krisenstab der Gemeinde. „Ich weiß, dass es auch kritische Stimmen gibt“, macht Ruthmann deutlich.

Vorteil: Messen finden draußen statt

Auch deshalb legt man in Buddenbaum viel Wert auf die strikte Einhaltung des Hygienekonzepts. „Unser großer Vorteil ist, dass wir draußen sind“, ist der Vorsitzende überzeugt. Auch bei schlechtem Wetter können die Gottesdienste der Wallfahrtswoche nicht in der Kapelle stattfinden. „Wir müssen draußen feiern und die Messfeiern bei Starkregen oder Gewitter absagen.“ Aber man hoffe, dass das Wetter einigermaßen mitspiele. Von den Gläubigen wird die Wallfahrtswoche auch in diesen Zeiten angenommen.

Der Eröffnungsgottesdienst am Sonntag war ausgebucht. Für die Messfeiern ab Mittwoch sind bis auf Weiteres noch Anmeldungen im Hoetmarer Pfarrbüro (Telefon 02585 / 436) möglich, sagte Ruthmann.Zur Abendmesse am Donnerstag, 2. Juli, ab 20 Uhr wird im Rahmen der Buddenbaumwoche der aus Wessenhorst stammende Pfarrer Aloys Wiggeringloh in Hoetmar erwartet. Am Sonntag, 5. Juli, endet die Wallfahrtswoche um 18 Uhr mit der Schlussfeier und dem anschließenden musikalischen Ausklang, den Johanna Nienaber mit der Querflöte gestalten wird.

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