„Warendorfer helfen Warendorfern“
Bild: Wild
Ulrich Hagemann, beruflich als Pastoralreferent in Diensten von St. Laurentius, gehört zu den Initiatoren der Aktion  „Warendorfer helfen Warendorfern“  im Zeichen der Corona-Krise. 
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Ziel ist es, vor allem für ältere Frauen und Männer und Menschen, die infolge schwacher Abwehrkräfte oder Vorerkrankungen durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, bei Alltagsbesorgungen zu helfen, wenn sie zuhause bleiben. Zum Wochenende war das Projekt gestartet, und bis Montagvormittag hatten sich bereits rund 450 Menschen in der neuen Gruppe angemeldet und damit deutlich gemacht, dass sie hinter den Plänen der Initiatoren stehen.

40 potenzielle Helfer registriert

Zum registrierten Kreis der potenziellen Helfer hatten sich davon gestern bereits etwa 40 Menschen zusammengefunden. Hagemann und Brummel haben diese Menschen, die bereit sind, die freiwillige und ehrenamtliche Hilfe zu leisten, in einer Gruppe der virtuellen Kommunikationsplattform „Whatsapp“ miteinander verbunden. Nun warten nun auf ihre ersten Einsätze.

Im „Glocke“-Gespräch erläuterte der 39-jährige Hagemann, beruflich in der katholischen Kirche als Pastoralreferent in St. Laurentius engagiert zu sein, was hinter seiner privaten Initiative steckt. Unter dem Motto „Den Alltag weiterhin meistern“ könnten ältere und für das Virus potenziell besonders anfällige Warendorfer bei ihm und Brummel melden.

Ältere und Kranke als Zielgruppe

Zielgruppe seien Menschen, die wegen der Ansteckungsgefahr zuhause bleiben wollen oder gar müssen oder auch „einfach Angst haben, vor die Tür zu gehen“, wie Hagemann betont. Wer Hilfe in Anspruch nehmen wolle, könne sich telefonisch melden. Das Helferteam biete sich an, kleinere Einkäufe und Botengänge zu erledigen wie den Gang zur Post, zur Apotheke oder zum Arzt, um zum Beispiel ein Rezept abzuholen. Betreuungsangebote seien (noch) nicht angedacht.

Initiatoren sind positiv überrascht

Die zahlreichen Meldungen auf seinen Aufruf haben Hagemann sehr beeindruckt. Denn die Hilfsbereiten hätten unter Beiseiteschieben datenschutzrechtlicher Bedenken sich mit kompletter Identität registrieren lassen. Damit soll auch möglichen „Trittbrettfahrern“, die im Stil des „Enkeltricks“ die Notlage ausnutzen könnten, die Basis entzogen werden.

Und die Helfenden haben sich verpflichtet, sogar noch mehr zu investieren. Geringe Einkaufssummen sollen sie vorstrecken. Die Übergabe von Waren soll aufgrund des Infektionsrisikos ohne persönlichen Kontakt ablaufen. „Wie genau das aussehen kann, daran tüfteln wir gerade noch“, sagt Hagemann. Am Montag war dazu noch Zeit, denn zunächst hatte sich noch kein Hilfesuchender gemeldet. „Unser Angebot ist da. Jetzt warten wir ab, wie der Bedarf ist“, sagt der 39-Jährige.

Nachbarschaftshilfe selbstverständlich

Für den Pastoralreferenten ist die Nachbarschaftshilfe eine Selbstverständlichkeit: „Wir feiern in Warendorf zusammen Schützenfest, Fettmarkt und Mariä Himmelfahrt, wir gehen zusammen zum Karneval, da müssen wir auch in schweren Zeiten zusammenstehen.“ Mit einer so großen Anteilnahme habe er dennoch nicht gerechnet: „Ich bin berührt davon, wie die Warendorfer auch in schweren Zeiten füreinander einstehen.“

Weil gerade ältere Menschen häufig nicht über Zugänge zu sozialen Netzwerken wie Facebook verfügen, gehe es jetzt darum, das Projekt in die Öffentlichkeit zu bringen. „Da bin ich besonders dankbar, dass die Warendorfer Werbeagenturen ,Pilotfisch‘ und ,Geistreich‘ kostenlos Plakate und Flyer bereitstellen, die wir in der Innenstadt und in den Supermärkten aushängen werden“, erklärt Hagemann.

Das Helferteam von „Warendorfer helfen Warendorfer“ ist über Telefon 0151/10353440 (Patrick Brummel) sowie Telefon 0151/56918317 (Ulrich Hagemann) erreichbar.

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