„Warenkorb“ zu Ostern bis zur Haustür
Bild: Gabi Wild
Zahlreiche Warendorfer Bürger, darunter ganze Nachbarschaftsinitiativen wie diese Bewohner am Wilhelm-Löhrs-Weg und weitere Unterstützer, haben Lebensmittel gespendet, um besonders Bedürftigen Stammkunden des  Warenkorbs  zu Ostern eine Freude machen zu können.
Bild: Gabi Wild

Wie berichtet, hatte sich bereits Ende März ein Kreis engagierter Bürger zusammengefunden, um auf die zur Minderung der Ansteckungsgefahr erforderliche Schließung des Caritas-„Warenkorbs“ im Kletterpohl zu reagieren und zumindest ein „Notprogramm“ zu organisieren. Die Initiative des Trägers, der Caritas, wurde dabei von Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes, der Stadtwerke und der Facebook-Gruppe „Warendorfer helfen Warendorfern“ unterstützt.

Ideenschmiede für die Zukunft der Tafel

Gemeinsam suchen die Aktivisten nach einer Lösung, um den Betrieb unter Einhaltung aller Kontaktauflagen und Hygienebestimmungen zumindest eingeschränkt wieder aufnehmen zu können. Dabei entstand auch die Idee, gerade bedürftige Stammkunden, die aufgrund von Alter oder Krankheit besser zuhause bleiben und nicht einkaufen gehen sollten, zumindest zum Osterfest mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Mit Hilfe von Thomas Mundmann vom Sozialamt der Stadt Warendorf gelang es, über die behördliche Adresskartei einen Kreis von besonders Bedürftigen zu ermitteln, der dann kontaktiert wurde mit dem Angebot, den „Oster-Warenkorb“ nach Hause geliefert zu bekommen.

„Risikopersonen“ und Kinder haben Priorität

Wie Ralf Neumann-Bussian, Abteilungsleiter Soziale Arbeit beim DRK-Ortsverein, der „Glocke“ auf Anfrage mitteilte, seien auf diese Weise 76 Personen, darunter rund 30 Kinder, ausfindig gemacht worden, die die Lebensmittelspenden dankbar annehmen würden.

Allerdings ergab sich ein Problem, wie der Koordinator in Diensten des DRK erklärt: Die klassische „Lieferkette“, dass nämlich Lebensmittelmärkte nicht verkaufte Ware für den „Warenkorb“ spenden, war durch die Schließung der Tafel unterbrochen, die Bestände aufgebraucht. Und so gab es einen Aufruf über die sozialen Netzwerke, und viele Bürger, darunter ganze Nachbarschaftsinitiativen, kauften über den Eigenbedarf hinaus frische Lebensmittel, vor allem Milchprodukte, und spendeten sie dem Warenkorb.

Mittwoch Sammel-,  Donnerstag Bringaktion

Am Mittwoch wurden kofferraumweise nahrhafte und länger haltbare Lebensmittel zum Kletterpohl gebracht, und rund ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer sichtete, portionierte und verteilte die Spenden, so dass am Gründonnerstag die kleinen Osterpakete den zu Beschenkenden vor die Tür gestellt wurden.

Es ist ein Beispiel von vielen für gelebte Solidarität in der Covid-19-Krise. Nächste Woche setzen sich die Aktivisten erneut zusammen, um über weitere Hilfsmöglichkeiten des Warenkorbs zu beraten.

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