Was kommt nach dem „Kaufhaus Meyer“?
Bild: Wild
„Meyer“-Chef Jürgen Schwiese bedauert, das 1956 gegründete Kaufhaus an der Münsterstraße nicht weiterführen zu können.
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Der Miteigentümer der Immobilie in Warendorf, Münsterstraße 22-24, hat dem heutigen Betreiber des Kaufhauses („Katalex“) gekündigt und lässt zurzeit ein neues Nutzungskonzept erarbeiten. Der in der Schweiz lebende Geschäftsmann hat im Namen der Eigentümergemeinschaft einen Warendorfer Architekten beauftragt, für die Verwertung der Immobilie in guter Geschäftslage in der Nähe des Münstertors ein Konzept zu entwickeln. Umbau und erneute Vermietung kämen ebenso infrage wie ein Verkauf, erklärte Felder am Dienstag auf „Glocke“-Anfrage.

Schwiese: „Das tut weh“

Jürgen Schwiese, Geschäftsführender Gesellschafter der  Katalex GmbH, die seit dem Jahr 2003 hinter dem „Kaufhaus Meyer“ steht, bedauert, dass mit der Kündigung zum 31. Januar 2012 nach mehr als 55 Jahren auch die Geschichte des Kaufhauses Meyer endet: „Das tut weh. Aber wir müssen die Gegebenheiten akzeptieren.“

Kündigungen ausgesprochen

Seit vielen Jahren scheint das Konzept „Kaufhaus“ nicht mehr zu ziehen, obwohl Schwiese und sein fachkundiges Team alles getan haben, um die alte Erfolgsgeschichte in die Zukunft zu retten. Mehrmaliger Umbau, Modernisierung, Sortimentskonzentration – alles hat unter dem Strich nicht dazu geführt, den Standort ausreichend rentabel zu halten. Nachdem er Ende Mai die Kündigung des Mietverhältnisses auf den Tisch bekommen hatte, musste Jürgen Schwiese seiner Belegschaft – noch stehen zwölf Vollzeitkräfte auf der Gehaltliste – zum 31. Januar 2012 kündigen.

Trend nicht aufzuhalten

Der Internet-Handel und die Verbrauchermärkte vor den Stadttoren hätten das Kaufverhalten der Menschen verändert und zu „Frequenzproblemen“ für den inhabergeführten Einzelhandel in der Innenstadt geführt – auch und gerade für ein als „Vollsortimenter“ im Wettbewerb angetretenes Kaufhaus, erläutert Schwiese: „Unser Angebot und unsere Dienstleistung sind zeitgemäß, und die positiven Reaktionen aus der Stammkundschaft bestätigen uns. Aber wir können nicht gegen den Trend anarbeiten.“ Gleichwohl geht der Verkauf uneingeschränkt weiter, sämtliche langfristig geplanten Aktionen werden laut Schwiese durchgeführt. Ein Schließungstermin stehe noch nicht fest, im Weihnachtsgeschäft werde es das „Kaufhaus Meyer“ jedenfalls noch geben.

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