Weder Spielzeug noch Dukatenesel
Bildmontage: Ingenieurbüro Flick
Das geplante Emskraftwerk in Warendorf.
Bildmontage: Ingenieurbüro Flick

„Es wird furchtbar aussehen“, sagt Ralf Bücker. Damit meint der Leiter des Abwasserbetriebs Warendorf, bei dem die Fäden für das Vorhaben zusammenlaufen, allerdings nicht das Ergebnis, sondern den Weg dorthin. Der Bau einer Fischtreppe und einer Abstiegshilfe, die Montage der gewaltigen Stahlschnecken zur Energiegewinnung und die Errichtung des Maschinenraums, wenn man ihn so nennen will, würde einen erheblichen Eingriff in das bislang beschauliche Bild vom Emskolk darstellen. 3,6 Millionen Euro würde die Umsetzung des Vorhabens kosten, das zu großen Teilen von der Landesregierung bezuschusst würde und auch nur deshalb wirtschaftlich betrieben werden könnte.

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit ist elementarer Gesichtspunkt: Müsste die Stadt mit eigenen Mitteln ein Emskraftwerk errichten, sie würde sich ein exklusives Wasserspielzeug leisten. Die Kombination mit der Fischaufstiegstreppe und der sonargesteuerten Abstiegshilfe für eben jene Emsbewohner macht aber den Unterschied. Da in dieser Form deutschlandweit bislang einmalig, würde aus den Plänen ein Pilotprojekt, das erheblich bezuschusst wird. Zwei Millionen Euro hat Düsseldorf zugesagt.

Zwei Millionen Euro Fördermittel bei rund 3,6 Millionen Euro Gesamtkosten – diese Rechnung klingt zunächst recht simpel, ist aber weitaus komplexer. In das Zahlenwerk fließen Abschreibungen, mögliche Erträge, Einspeisevergütungen, Kreditaufnahmen, Versicherungskosten und Vieles mehr ein. Um da am Ende eine Antwort auf die Frage zu bekommen, inwieweit ein Emskraftwerk überhaupt wirtschaftlich zu betreiben ist, haben die Verantwortlichen bei der Stadt Warendorf Fachleute von der WRG-Solution-GmbH ins Boot geholt.

Die Experten kommen zu dem Schluss: Die Investition in die Entwicklung und den Betrieb der Wasserkraftanlage ist unter den gesetzten Prämissen und Annahmen wirtschaftlich. Gleichwohl sei das Projekt keine Gelddruckmaschine: Es könne nur leben, weil es Zuschüsse von der Landesregierung gebe.

Mehr zum Thema in der Donnerstagsausgabe der Warendorfer „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS