Weihnachtsstimmung auf Kaschubisch
Bild: Stock
Die Sonderausstellung über Weihnachtsbräuche in der Kaschubei ist bis zum 22. Januar 2017 im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf zu sehen.
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Erfrischend, fröhlich und einmal so ganz anders verlief die Eröffnung im Westpreußischen Landesmuseum. Während Wortbeiträge auf ein Minimum beschränkt blieben, dominierten weihnachtlicher kaschubischer Gesang und praxisnahes Ausprobieren und Mitmachen.

Museumsleiter Dr. Lothar Hyss begrüßte die polnischen Gäste. Nach Warendorf gekommen waren der Direktor des Museums für kaschubisch-pommerische Musik und Literatur, Tomasz Fopke, und dessen Mitarbeiter Benita Grzenkowicz-Ropela und Roman Drzezdzon. Er freute sich über deren Engagement und das seiner Museums-Mitarbeiter, „die gestern nicht auf die Uhr geschaut und mit vollem Elan gearbeitet haben, um diese Ausstellung so schön als möglich zu gestalten.“ Sein Dank galt ebenso Magdalena Oxfort, die diese Ausstellung als Kulturreferentin für Westpreußen mit ermöglicht habe.

Tomasz Fopke wies auf die Gestaltung der Ausstellung hin. Diese sei mit Grafiken, Fotos, Landkarten und Krippen ebenso ausgestattet wie mit „Skulpturen der gegenwärtigen Volkskunst, die die lebendige gelebte kaschubische Kultur“ widerspiegele.

Hintergrund: Kaschubei

Die Kaschubei erstreckt sich in einem etwa 50 Kilometer breiten und 120 Kilometer langen Landstrich westlich von Danzig von der Ostseeküste zwischen Hela und Krokowa in südwestlicher Richtung bis Brusy (dt.: Bruß) und Koczala (dt.: Flötenstein). Die Kaschuben sind Nachkommen westslawischer Volksstämme und siedeln seit dem 7. Jahrhundert in dieser deutsch-polnischen Kulturregion in der heutigen Woiwodschaft Pommern. Sie sprechen eine eigene, mit deutschen und polnischen Lehnwörtern angereicherte Sprache und bilden eine anerkannte ethnische Minderheit in Polen. Über die Jahrhunderte konnten sie unter wechselnden Herrschaftsverhältnissen stets ihre eigene reiche kulturelle Tradition – dazu gehören auch die Weihnachtsbräuche – erhalten.

Die Sonderausstellung, die bis zum 22. Januar im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen ist, wurde durch die Zusammenarbeit des Kulturreferats für Westpreußen mit dem Museum der kaschubisch-pommerschen Literatur und Musik in Wejherowo (Neustadt) ermöglicht. Das Museum ist dienstags bis sonntags geöffnet, der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt 2,50 Euro, die Familienkarte sieben Euro.

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