Werke des Malerpfarrers in Kirche
Bild: Baumjohann
Ausstellungseröffnung in der Warendorfer Christuskirche: Volker Hedrich und Sandra Reimann betrachten die Werke von Sieger Köder.
Bild: Baumjohann

Köder verabschiedete sich von seinem Beruf als Kunsterzieher am Aalener Schubart-Museum und studierte Theologie in Tübingen – beflügelt von der Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In einem Freisemester hat er 1968 seinen Zyklus „eine Tübinger Bibel in Bildern“ geschaffen – insgesamt 49 Werke in Metallätztechnik, 19 Blätter zum Neuen und 30 Blätter zum Alten Testament. 27 davon sind noch bis zum 22. November 2015  im evangelischen Gotteshaus in Warendorf zu sehen. „Leider können wir nicht den gesamten Zyklus ausstellen und mussten eine Auswahl treffen“, bedauert Pfarrer Herwig Behring. „Der Platz in der Christuskirche reicht nicht aus.“ Aber auch die nun ausgestellten 27 Werke vermitteln einen Eindruck von der Kunst Köders, die Professor und Kirchenmusikdirektor Willibald Bezler den Gästen der Vernissage in seinem Einführungsvortrag nähergebracht hat.

„Wir sehen den Harlekin – zugleich Verkünder des Evangelium. Wir sehen den Narren – aber den Zeugen der Wahrheit“, verwies Bezler auf die immer wieder zu findende Narrenfigur im Werk Köders – ein Bezug auch auf das Pauluswort im Ersten Korintherbrief: „Wir sind Narren um Christi Willen.“ In seiner „Tübinger Bibel in Bildern“ arbeitet sich Sieger Köder von hinten durch die Bibel – Blatt eins beschäftigt sich mit dem Zweiten Petrusbrief; Blatt 49 schließlich hat das Fünfte Buch Mose zum Thema. „Glaubensweitergabe geht nicht von Gremien, Beschlüssen oder Synoden aus, sondern funktioniert von Mensch zu Mensch.“ Diese Botschaft Köders, der von sich sagte, er predige mit Bildern, überbrachte Freund und Weggefährte Willibald Bezler den Ausstellungsbesuchern in der Christuskirche. 1500 Werke umfasst das Schaffen des „Malerpfarrers“ Sieger Köder insgesamt. „Er brauchte wenig Schlaf und hat die Ruhe der Nacht zum Malen genutzt“, weiß Bezler. Schließlich habe Köder neben der Malerei ab 1975 die Gemeinden Hohenberg und Rosenberg als Pfarrer betreut. Sieger Köder ist am 9. Februar 2015 verstorben.

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