Wertstofftonne oder Gelbe Säcke?
Bild: Baumjohann
Da kullert er über die Straße, der Gelbe Sack. In der Diskussion über die Abschaffung der Kunststoffbeutel bei gleichzeitiger Einführung eines zusätzlichen Abfallbehälters punktet die Wertstofftonne mit Standfestigkeit mit starkem Wind.
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Wenn der Wind einmal etwas heftiger bläst – und das ist in diesen Tagen spürbar der Fall – dann landen die Säcke auch mal auf der Straße. Werden die Beutel von einem Fahrzeug überrollt und dabei zerfetzt, verteilt sich der Unrat über die gesamte Fahrbahn. Gegenüber den Gelben Säcken hat die Wertstofftonne daher einen entscheidenden Vorteil: die deutlich höhere Bodenhaftung und Standfestigkeit. Das hat auch Udo Bierbaum vom Amt für Umwelt- und Geoinformation der Stadt Warendorf in einer Sitzung des Betriebsausschusses im November vorigen Jahres betont, als über die kreisweit geplante Einführung der Wertstofftonne zum 1. Januar 2016 diskutiert und abgestimmt werden sollte. Während die Verwaltung der Wertstofftonne insgesamt aber eher skeptisch gegenüber steht, wird deren Einführung seitens der Abfallwirtschaftsgesellschaft für den Kreis Warendorf (AWG) mit Sitz in Ennigerloh ausdrücklich gewünscht. Die CDU im Rat der Stadt Warendorf hatte im Rahmen der Betriebsausschusssitzung auf ein zuvor geführtes Fraktionsgespräch mit AWG-Geschäftsführer Thomas Grundmann verwiesen und sich darin offenbar vom Nutzen der gelben Tonne überzeugen lassen. Da keine Dringlichkeit zur Beschlussfassung bestand, wurde der Diskussionspunkt von der Tagesordnung abgesetzt. In einer der kommenden Sitzungen des Betriebsausschusses wird nun erneut beraten.

Argumente für und gegen die Wertstofftonne

Die zurzeit im Umlauf befindlichen Gelben Säcke – die Ausgabe erfolgt unter anderem über heimische Supermärkte – sind von minderer Qualität. Das Material ist extrem dünn und wird von scharfkantigem Material – wie zum Beispiel Deckel von Konservendosen – aufgeschlitzt. Folge: Der Müll landet nicht nur im Entsorgungsfahrzeug, sondern auch auf der Straße. Gerne schlüpfen auch mal Tiere – wie zum Beispiel Igel – in die Säcke hinein, um Lebensmittelverpacken auszuschlecken. Auch dabei werden die Beutel schon mal regelrecht zerfetzt. Während die Gelben Säcke des DSD ausschließlich mit Verpackungsmüll (Grüner Punkt) befüllt werden dürfen, könnten über die Wertstofftonne auch „stoffgleiche Nichtverpackungen“ aus Metall oder Kunststoff, beispielsweise Alufolie oder eine gebrochene Plastikrührschüssel, fachgerecht entsorgt werden.

Gerade in der Warendorfer Altstadt gibt es für viele Bürger Standortprobleme für eine weitere Mülltonne. Außerdem ist eine Reduzierung des Abfuhrrhythmus von derzeit 14-tägiger Abholung der Gelben Säcke auf Lehrung der Wertstofftonne nur alle vier Woche geplant. Die Kosten für eine zusätzliche Leerung müssten allein von der Stadt getragen werden. Ohnehin sei die Umstellung von Säcken auf Tonnen – so hat es die Stadtverwaltung ermittelt – nicht kostenneutral zu bewerkstelligen. Nach bisherigen Berechnungen würde das System mit Wertstofftonne 2,19 Euro pro Bürger und Jahr bei einer vierwöchentlichen Abfuhr betragen.

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