Wirtschaftsforum pro Marketing-GmbH
Bild: Wild
Tourismusförderung und Stadtmarketing sollen nicht der Stadtverwaltung angegliedert werden, sondern, wie bisher, in Fiorm einer GmbH organisiert sein, fordert das Warendorfer Wirtschaftsforum und stellt sich damit gegen den Bürgermeister. Der Rat soll am 5. Juli über die Neuorganisation entscheiden.
Bild: Wild

In der monatelangen Diskussion um die Neukonzeption des Warendorfer Stadtmarketings hat sich das Wirtschaftsforum (Rechtsnachfolger des Verkehrsvereins) bislang öffentlich nicht zu Wort gemeldet. Am Tag vor der entscheidenden Beratung im Rat, bei der am Mittwoch auf Vorschlag von Bürgermeister Axel Linke beschlossen werden soll, die GmbH zu liquidieren und die Mitarbeiter mit demselben Aufgabenbereich in die Stadtverwaltung (Kulturbüro, Bürgermeister-Büro) zu integrieren, macht das Wirtschaftsforum seine ablehnende Haltung öffentlich. Intern sei das bereits vor Monaten der Stadtverwaltung, den Fraktionsvorsitzenden und allen Ratsmitgliedern zur Kenntnis gegeben worden.

Die Einordnung in die Organisation der Stadtverwaltung werde die Aufgaben des Stadtmarketings nicht preisgünstiger erledigen lassen. Im Gegenteil: Insbesondere wegen der steuerlichen Aspekte werde es „deutlich teurer werden“, erklärt Rudolf Berger, Vorsitzender des Wirtschaftsforums im Namen des eingetragenen Vereins. Die angedachte Übertragungslösung in ein städtisches Sachgebiet sei sogar „im Ergebnis stark kostentreibend“.

Die mit der Aufgabenverlegung entstehenden Mehrkosten beziffert das Wirtschaftsforum mit rund 80 000 Euro jährlich. Eine qualitative Verbesserung sei durch die vom Bürgermeister forcierte Lösung „nicht zu erwarten, weil das Team gleich bleibt“. Lediglich trete an die Stelle eines Geschäftsführers nun ein Sachgebietsleiter. Das Wirtschaftsforum habe in seiner Stellungnahme aufgezeigt, „dass eine fachlich versierte Geschäftsführung eingestellt werden kann, ohne die Zuschüsse zu erhöhen“. Im Gegensatz zu der von der Verwaltung angestrebten Lösung würden keine Mehrkosten entstehen. Berger: „Mit einer qualifizierten Fachkraft an der Spitze ist die geforderte Verbesserung der Leistungen sogar kostensparend zu erzielen.“

Das Wirtschaftsforum habe „erhebliche Bedenken, einer Aufgabenübertragung an die Stadtverwaltung zuzustimmen, ohne dass eine qualitative Verbesserung zu erkennen ist“. Es appelliert an den Rat zu seiner entscheidenden Sitzung am 5. Juli, „anstelle einer Auflösung der Warendorf Marketing GmbH der Besetzung der Geschäftsführung durch eine qualifizierte Fachkraft zuzustimmen“. Eine leitende touristische Fachkraft würde „den Tourismus in Warendorf stärken und den städtischen Haushalt entlasten“.

SOCIAL BOOKMARKS