Wirtschaftswege - Bürger sind gefragt
Bild: Baumjohann
Eugen Bitjukov stellte die Herangehensweise bei der Erstellung des Wirtschaftswegegutachtens vor.
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Bei einer Bürgerbeteiligung in der Aula der Milter Grundschule wurden am Dienstag Zwischenergebnisse vorgestellt. Für Ge-Komm-Geschäftsführer Eugen Bitjukov ist klar: Die Bürgerbeteiligung sei immens wichtig, um ein Konzept erstellen zu können, das den Bedürfnissen vor Ort gerecht wird. „Wir brauchen Sie“, lud er die zahlreichen Besucher der Informationsveranstaltung zur Mitwirkung ein. In den kommenden Wochen bis Ende Mai nimmt Ge-Komm über das Internetportal www.wirtschaftswegekonzept.de Anregungen zu den Wegen entgegen. Dafür ist eine Registrierung auf der Webseite ebenso nötig wie nach dem Login die Angabe des Wortes Warendorf in dem Feld „Für welches Projekt möchten Sie sich anmelden?“.

Wie mit der dann erscheinenden Karte umzugehen ist, welche Bedeutung die verschiedenen Farben haben, die die sechs Wegekategorien von Ortsverbindung über Haupt- und Anliegerwirtschaftsweg bis hin zum Optionsweg kennzeichnen, erläuterte Ge-Komm-Abteilungsleiter Eduard Schwarz. Er machte auch deutlich, dass jeder Wegabschnitt eine individuelle Nummer bekommen habe, mit der beim Einreichen von Anregungen eine eindeutige Zuordnung möglich werde. Auf der Karte ist die Bestandsaufnahme („Ist“) ebenso zu sehen wie eine mögliche Perspektive („Soll“). Um das Soll noch besser an die Anforderungen vor Ort anzupassen, sei die Bürgerbeteiligung und ein Mitwirken vieler Wegenutzer wünschenswert, so Bitjukov.

Dass man auch in einem fertigen Wirtschaftswegekonzept nicht den Wünschen aller Interessenten gerecht werden könne, weiß der städtische Baudirektor Peter Pesch. „Ich vermute, dass 90 Prozent des Wegenetzes von der Allgemeinheit als gleich wichtig gesehen werden.“ Bei einzelnen Wegen könne es durchaus zu Konflikten kommen. Das wurde auch am Dienstag deutlich, als die Sprache auf den Wirtschaftsweg kam, der die L 830 (Milter Straße) mit der L 548 bei Einen verbindet. Derzeit ist der Weg als Ortsverbindung eingestuft, für die Zukunft schlägt Ge-Komm eine Klassifizierung als Hauptwirtschaftsweg vor. Konflikte zwischen Anliegern, die den Weg (auch mit Pferden) queren müssen, dem Pkw-(Schleich-)Verkehr und bei Begegnungen gibt es heute schon.

Bislang habe die Ge-Komm viel Grundlagenarbeit geleistet und einen kleinen Datenschatz erstellt, machte Pesch deutlich. An dem könne nun während der Bürgerbeteiligung gearbeitet werden, um mit einem Wirtschaftswegekonzept zukünftig Geld zielgerichteter in das Wegenetz investieren zu können.

„Ziel ist ein bedarfsgerechtes und finanzierbares Wegenetz“, betonte Bitjukov. Dazu könne es gehören, dass Wege, die nur eine Doppelerschließung realisieren, zukünftig wegfallen könnten. Einige Wege hat die Ge-Komm zwar noch in Katasterunterlagen gefunden, vor Ort aber nicht entdecken können, weil sie längst zu Ackerfläche geworden sind.

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