Wohngebiet-Charakter wird nicht zerstört
Bild: Sulz
Nur verhältnismäßig wenige Betroffene waren zum Informationsabend über das geplante Wohnheim im Gebiet „An der Tönneburg“ ins Alte Laurentianum gekommen. Die Einrichtungen der St.-Vincenz-Gesellschaft geplant.
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Die Stadtverwaltung hatte zu einer erneuten Bürgerversammlung eingeladen, um ausführlich über den aktuellen Stand der Planungen, deren erste Entwürfe auf harsche Kritik bei den Anliegern gestoßen waren, zu informieren.

Zunächst erläuterte Verena Jäckel, Leiterin des Wohnheims St. Marien in Enniger, Konzept und Organisation der Einrichtungen der St.-Vincenz-Gesellschaft, unter derer Trägerschaft besagtes Wohnheim in Warendorf errichtet werden soll. Anschließend zeichnete Peter Kast vom Architektenbüro Monnerjan-Kast-Walter aus Düsseldorf den Werdegang des Projekts nach und präsentierte das aktuelle, überarbeitete Baukonzept. Dieses sieht nun zwei zweigeschossige Hauptgebäude mit relativ niedrigem Satteldach sowie einen Verbindungstrakt mit Flachdach vor. Auch soll das Gebäude teils mit roter Klinkerfassade, teils mit hellem Putz versehen werden.

Entstehen sollen in dem Bau insgesamt vier Wohnbereiche für je sechs Bewohner. Zu den sechs Zimmern pro Wohneinheit kommen Küche, kleine Bäder und Gemeinschaftsraum. Im Zwischentrakt sollen vor allem Hobby- und Therapie- sowie Verwaltungsräume untergebracht werden. „Die starke Gliederung des Gebäudes verringert die Massivität deutlich. Es wirkt optisch nicht mehr so wuchtig, sondern passt sich zurückhaltend an die Umgebung an“, erklärte Kast. Genau in diesem Punkt hatte die Kritik der Bürger gelegen. Die anfangs geplanten dreigeschossigen Blöcke in Würfelform waren den Anwohnern aufgrund ihrer wuchtigen Optik sauer aufgestoßen. „Ein starker Charakter des betroffenen Wohngebiets: es ist klar sortiert“, wusste Tanja Schrooten (Planungsbüro Tischmann-Schrooten, Rheda-Wiedenbrück) und zeigte Verständnis für den Ärger der Bürger. Der erste Entwurf hätte kaum einer für das Gebiet geltenden Festsetzungen entsprochen und wäre somit optisch herausgestochen. Und auch sie versprach eine viel stärkere Angliederung des Gebäudes an seine Umgebung durch neue, klar definierte Regelungen im Bebauungsplan. Sowohl durch die Fassadengestaltung als auch die Unterbietung der festgesetzten Firsthöhe der unmittelbar benachbarten zweistöckigen Wohnhäuser bleibe der Charakter des Wohngebietes erhalten.

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