Zirkus lebt von der Leidenschaft
Bild: von Stockum
Einer der jüngsten Stars des Circus Probst ist Simba.
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Für zwei Tage hat das Unternehmen seine Zelte auf dem Lohwall aufgeschlagen – vorgesehen sind drei Vorführungen. Annähernd 50 Städte steuert das Traditionsunternehmen Saison für Saison an – da muss jeder Handgriff sitzen. Während die letzte Vorstellung an einem Spielort noch läuft, sind die ersten Transporter und Mitarbeiter bereits auf dem Weg zum nächsten. 100 Tiere reisen insgesamt von einem Zeltplatz zum anderen, 70 Angestellte aus 14 Nationen samt Wohnwagen und Autos sowie 40 Lastwagen. Ein Kraftakt, der dem Zirkus seit 1865 dutzendfach im Jahr gelingt.

Das Unternehmen stehe für Unterhaltung und Vielseitigkeit, sagt Pressesprecher Simon Hörmeyer. In drei Vorstellungen (heute ab 16 und 19.30 Uhr; morgen, Mittwoch, ab 16 Uhr) wollen die Artisten und Tierlehrer die Faszination Zirkus auf das Publikum übertragen. „Leidenschaft“ heißt so auch das aktuelle Programm des Unternehmens. Ob der Löwenflüsterer Ludvik Berousek, Entertainer Bernhard Krakowiak, „Prinzessin“ Stephanie Probst, Musikus Nicolay Kozak, Spaßmacher Vladimir Stoliarov oder viele andere – sie wollen ihrem Publikum das einzigartige Lebensgefühl vermitteln, das die Manege und das Drumherum für sie ausmachen.

Einer der jüngsten Stars des Circus Probst ist Simba. Der fünf Monate alte Löwe ist – wie der Rest der Mannschaft auch – ein wahres Energiebündel. Mit tapsigen Schritten hat die weiße Raubkatze bereits am Montag den Lohwall erkundet und einen Vorgeschmack dessen geliefert, worauf sich das Publikum freuen darf.

Schon Tage, bevor der Zirkus seine Zelte an der Ems aufgeschlagen hatte, kochten die Debatten in sozialen Netzwerken hoch und lagen Faltblätter von Tierschutzorganisationen an Supermarktkassen aus: Für die Familie Probst und ihre Mitarbeiter sind Anfeindungen von Tierrechtlern indes nicht neu. Ein halbes Dutzend Aktenordner ist gefüllt mit Anzeigen aus der jüngeren Vergangenheit. Erst in der vergangenen Woche hatten Vandalen einen Schaden im fünfstelligen Bereich verursacht.

Dabei betonen die Tierlehrer und Unternehmer, dass Amtstierärzte beinahe Dauergäste seien. Bei Überprüfungen erhalte man stets „Bestnoten“. Tierschutz sei immens wichtig, betont auch Simon Hörmeyer, Pressesprecher und „Vegetarier aus Überzeugung“. Gerade deshalb engagiere sich das Unternehmen auf vielfältige Weise in dem Bereich und trage dafür Sorge, dass es seinen Vierbeinern an nichts mangele.

Und auch, wenn man sie nicht freudig begrüßt, stehe man als Unternehmen zumindest auf dem Standpunkt, dass Demonstrationen und Diskussionen nicht schaden können. Bei jüngst erhaltenen Morddrohungen allerdings gingen die Tierrechtler eindeutig zu weit.

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