Zweite Heimat für Bänke aus Stiftskirche
In einer Scheune auf dem Hof Sendker waren die 30 Bänke aus dem nördlichen Seitenschiff der Stiftskirche seit vier Jahren eingelagert. (V. l.) Christoph und Bernd Sendker sowie Manfred Krampe begutachteten sie.

 er liegt im polnisch-tschechischen Grenzgebiet. In den Gemeinden St. Josef (Boleslawow in Polen) und St. Anna (Stare Mesto in Tschechien) werden sie eine neue Heimat finden. Gläubige werden in Gottesdiensten darauf Platz nehmen – „das ist die Nutzung, für die sie geschaffen wurden“, freut sich Pfarrdechant Manfred Krampe.

Bänke weichen für Orgel-Einbau

Die Bänke, auf denen jeweils etwa vier Kirchgänger sitzen können, stammen aus dem nördlichen Seitenschiff von St. Bonifatius. Sie mussten ausgebaut werden, als die neue Orgel geliefert und montiert wurde. „Danach haben wir uns gefragt: Warum sollen wir sie überhaupt wieder hineinstellen?“, erinnert sich Krampe. Sie wurden nicht benötigt. Kurzerhand erklärte sich Bernd Sendker bereit, die Bänke für eine Übergangszeit einzulagern. „Das sollte kurzfristig sein“, sagt der Landwirt mit einem Schmunzeln. Daraus wurden ungefähr vier Jahre. Doch inzwischen gefalle das historische Seitenschiff – es stammt aus dem 13. Jahrhundert – den Kirchgängern gut. „Die Ästhetik der Architektur unserer Stiftskirche kommt deutlich besser zum Ausdruck“, sagt Krampe. Es gebe nun eine Sichtachse zwischen Kreuz und Taufstein, den wichtigsten Kunstgegenständen.

Vor einiger Zeit las August Finkenbrink aus dem Kirchenvorstand, dass die Gemeinde in Ostbevern Kirchen-Inventar an die Christen in den Nachbarländern gespendet hatte. Ob sie wohl auch die Bänke gebrauchen könnten? Sie konnten. Über Daniel Kostowski, Pastor in Ostbevern, wurde der Kontakt hergestellt. Die polnische St.-Anna-Kirche habe die Zeit des Kommunismus überlebt, weil Schafe in dem Gebäude untergebracht worden seien, berichtet Kostowski. Die tschechische Kirche sei ausgeraubt worden.

Zeichen der Solidarität

Am Mittwoch fuhren Pastor Krzysztof Kauf aus St. Anna und mehrere Helfer mit zwei Transportern auf dem Hof Sendker vor und luden die hölzernen Geschenke ein. In Ostbevern-Brock hatten sie schon eine kleine Orgel bekommen. Manfred Krampe: „Wenn eine Kirchengemeinde diese Bänke für Gottesdienste nutzen kann, ist so ein Geschenk ein Zeichen der Solidarität zwischen Gemeinden, die zur Weltkirche gehören.“

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