Krippenfiguren in frischem Glanz



Herzebrock-Clarholz (ds) - Am vierten Advent haben sie die Schränke in der Sakristei verlassen: die Krippenfiguren der Ludgerus-Kapelle Möhler. Bis auf das Jesuskind, das erst Heiligabend seinen Platz in der Grotte findet. Die Figuren sehen besser aus als noch im vergangenen Jahr.

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Denn dank eines Patenschaftsmodells konnten Jesus, Maria, Josef, die Heiligen Drei Könige, die Schafe und vieles mehr aufgearbeitet werden. Im Zusammenspiel mit der besonderen Möhleraner Krippe bilden sie eine prächtige Einheit, die jetzt 40 Tage in der Kapelle die Blicke auf sich ziehen wird.

„Bis Maria Lichtmess bleibt sie stehen“, sagt Burkhard Ortkras. Er gehört zum großen Team der Möhleraner, die sich um den Aufbau der Krippe kümmern. Am Montagabend beginnen die Arbeiten. Mit dem Schlepper fährt Ortkras vor, dahinter eine Kutsche.

Ein Metallschild weist sie als Besitz von Josef Rottkord aus, dem ehemaligen Küster der Gemeinde. Darauf ist die Krippe in Einzelteilen verstaut. Stück für Stück und mit viel Umsicht werden sie in die Kapelle getragen. Dann übernimmt Küster Franz Rottkord. Vorn rechts findet die Krippe ihren Platz.

Kein leichtes Unterfangen: Wie Puzzleteile werden Böcke, Platten, Grotte und Turm zusammengesetzt. Gut, dass mit Franz Rottkord derjenige an Ort und Stelle ist, der weiß, wie es geht. „Wir sind alle Frischlinge. Er muss uns sagen, wo was hinkommt“, bemerkt Helfer Helmut Rottkord. Exakt ausgeschnitten und angepasst sind die Teile, die sich in den nächsten Stunden zum Gesamtbild fügen. Bevor der Aufbau beginnt, denkt der Küster daran, den Staubsauger aus dem Beichtstuhl zu nehmen.

Auch Pfarrer Tonius Lendermann von der Pfarrgemeinde St. Joseph Oelde, der die Ludgerus-Gemeinde angehört, bringt sich ein. Seine Idee, die Krippe etwas stärker in die Ecke zu rücken und etwas niedriger aufzustellen, wird diskutiert. Diesen Gedanken will die Kapellengemeinde in Möhler vielleicht im kommenden Jahr in die Tat umsetzen, denn dafür sind Anpassungsarbeiten notwendig.

Stephan Trostheide, Organist und Orgelbauer, findet Zeit, über die Krippe zu informieren. Das schwere Stück aus einem Holzgerüst mit Kork wurde speziell für die Ludgerus-Kapelle angefertigt. „Im Protokollbuch des Kapellenvereins heißt es, dass ein Ackfeld aus Rheda-Wiedenbrück damals Zeichnungen angefertigt hat“, so Trostheide. Das war so um 1900.

Mehr als 100 Jahre später wurden Grotte und Turm entwurmt und gereinigt, wie Dorfsprecherin Erika Schulz erläutert. „Der Kork sieht jetzt sehr viel besser aus.“ Am Mittwoch werden elf Tannen, die aus dem Garten Trostheide stammen, hinter der Krippe postiert. Wieder sind viele helfende Hände im Einsatz. Am gestrigen Sonntag werden schließlich die Figuren eingesetzt. „Die hatten wir im Frühjahr eine Zeit lang in der Kirche ausgestellt“, erläutert Erika Schulz, die sich gemeinsam mit Brigitte Trostheide um den weihnachtlichen Kirchenschmuck kümmert.

Wer wollte, konnte für 100 Euro eine Patenschaft für eine Figur übernehmen. „23 Spender wurden gefunden“, freut sich Erika Schulz. Und so konnten die guten Stücke, die rund 70 Jahre alt sind, in der heimischen Bildhauerei Vielstädte restauriert werden. Ohne Macken und Makel, in frischen Farben finden sie am Sonntag ihren Platz im imposanten Umfeld. Heute folgt das Jesuskind. Und dann kann auch in Möhler Weihnachten kommen.

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