Lachparaden auf dem Basar aus 1001 Nacht



Herzebrock-Clarholz (mab) -  Die Theatergruppe der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Laurentius Clarholz hat es geschafft, den Marktplatz wiederzubeleben. Und das ist den Komödiantinnen prächtig gelungen. Simsalabim – und schon öffnet sich der Vorhang im Saal des Gasthauses Schlüter.

Den Bauchtanz auf Orientalisch haben Angelika Feldmann (links) und Elke Kersting nicht hinbekommen. Aber die westfälische Version mit Gastmusiker Norbert Börger war spitze.

Die Bühne ist zu einem farbenprächtigen orientalischen Basar geworden. Dort pulsiert das Leben. Schuhe werden geputzt, ein Schlangenbeschwörer erweckt seine Boa zum Tanz, der Händler bietet bunte Seidentücher an. Auch Scheich, Fakir und Tänzerin Leila bezaubern das Publikum. Märchenzauber liegt in der Luft. Kein Wunder, heißt doch das Motto „1001 Nacht“. Gleich an fünf aufeinander folgenden Tagen entführt die Theatergruppe ihre Gäste in die orientalische Märchenwelt.

Im September vergangenen Jahres starteten die Vorbereitungen unter Leitung von Annette Schäfer. Der Vorstand in Ordenstracht und weitere Helferinnen bedienen die Gäste. Die Theatergruppe gestaltet ein mehr als drei Stunden dauerndes, bunt gemixtes Programm. Zu Beginn und am Ende stehen alle in bunten orientalischen Kostümen auf der Bühne. Gisela Köckemann ist seit 20 Jahren in der Theatergruppe, Angelika Feldmann und Anne Kinat seit 10 Jahren. Bei der nächsten Hauptversammlung sollen sie geehrt werden.

Probleme mit dem Gebetautomaten

 „Erleben Sie nun die Folgen der verheerenden Zukunftsvision“, kündigt Moderatorin Käthe Ranzuch den Sketch „Anno 2020“ an. Bis dahin sei der Mensch gläsern geworden, alle Daten abrufbar. Selbst der Pizzaservice hat sie parat. Die Bestellerin (Michaela Voß) ist übergewichtig, also bekommt sie nur eine Soja-Tofu-Dinkel-Pizza. Und bezahlen muss sie direkt, denn ihr Konto ist überzogen. Im Automaten gibt es nicht nur Bargeld, sondern auch Gebete. Auf dem Marktplatz steht so ein Gebetautomat mit dreihundert Gebeten in 65 Sprachen. Die Seniorin (Anita Maasjosthusmann), noch die plattdeutsche Mundart sprechend, sucht ein passendes Gebet für ihre Enkelin. Köstlich, wie sie versucht, mit dem Ding umzugehen.

Bauchtanz wird in Clarholz nicht angeboten. Deshalb können Angelika Feldmann und Elke Kersting den orientalischen Bauchtanz nicht, aber dafür den westfälischen – und wie! Da ist eine Rakete fällig. „Eine Seniorenkita nach der anderen wird in Clarholz eröffnet“, gibt Affe Hans-Peter mit Bauchrednerin Waltraud Pollmeyer zum Besten. Der wunderschöne Geburtstag, den Opa feiern sollte, wird zu einem kleinen Familiendrama. Die Figurproblemchen dreier Darstellerinnen münden in einem Lied von der Cellulite, und Annette Schäfer wünscht sich beim Tanztee, „dass bloß nichts passiert“.

Die Ideen und ihre Umsetzungen sind so großartig wie das Finale: Ein modernes musikalisches Märchen von Aladin und der Wunderlampe. Es wirken mit: Angelika Feldmann, Hildegard Haggeney, Elke Kersting, Gisela Köckemann, Heti Linckamp, Anita Maasjosthusmann, Waltraud Pollmeyer, Käthe Ranzuch (Moderation), Annette Schäfer (Leitung), Michaela Voß, Anne Kinat (Vigagistin), Norbert Börger (Musik), Luise Höner (Souffleuse), Markus Höner (Ton und Musik), Boris Forthaus (Kulissen).

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.