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Von Redaktion, 16.12.2011 | 14:56 Uhr
Düsseldorf/Dortmund/Rahden (nic). Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat sich die Novellierung des Landesjagdgesetzes hin zu einem ökologischen Jagdgesetz zur Aufgabe gemacht. Für einen besseren Schutz des Waldes sollen dabei etwa die Abschussquoten für Rehe erhöht werden.
Die große Zahl von Rhen in NRW verursacht immer wieder massive Schäden durch Verbiss von Pflanzen und Bäumen.
Das Maßnahmenpaket, das noch in der Planungsphase steckt, könnte frühestens 2014 in Kraft treten. Obwohl öffentliche und vor allem verbindliche Informationen bisher Mangelware sind, wird es bereits bei Landwirten und Jägern intensiv diskutiert.
Am Mittwoch bezog NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in einer aktuellen Viertelstunde des Umweltausschusses in Düsseldorf erstmals Position. „Wir wollen einen Paradigmenwechsel hin zur Nachhaltigkeit einleiten und das Jagdrecht an ökologischen Prinzipien ausrichten“, erklärte Remmel. Als oberstes Ziel nannte er den Schutz des Waldes vor zu hohen Wildbeständen. „Unser Ziel ist keine Einschränkung der Jagd auf Schalenwild, sondern vielmehr deren Intensivierung“, so der grüne Minister. Die überhöhten Schalenwildbestände belegten unter anderem, dass die Jäger ihrer Hegeverpflichtung nur unvollkommen nachkämen, kritisierte er.
Reduzieren will Remmel indessen die Jagd in Schutzgebieten: „Dort darf nur noch gejagt werden, wenn der Schutzzweck dies erfordert.“ Auch die Liste der jagdbaren Tiere ist dem Minister zufolge zu hinterfragen. „Für die Bejagung einer Art muss immer ein vernünftiger Grund vorliegen. Den muss man bei den Möwenarten, beim Blässhuhn und der Türkentaube infrage stellen“, sagte der Umweltminister.
Die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Enten sowie Füchsen im Kunstbau will Remmel in NRW auf Dauer verbieten. Gleiches droht der Fallenjagd. „Das ist alles noch wenig konkret“, urteilte Umweltausschussvorsitzender Friedhelm Ortgies (CDU) aus Rahden. Die Union hat nach seiner Aussage Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Arbeit eines Runden Tisches „Jagd und Naturschutz“, den das Ministerium installiert hat. Sie befürchtet eher eine Gesetzesnovelle der Grünen im Alleingang.
Am Runden Tisch versammeln sich Politiker, Waldbesitzer, Jagdverbände, Tier- und Naturschützer sowie Wissenschaftler, die eine gemeinsame Linie zu einem neuen Jagdgesetz erarbeiten sollen. „Dieses Ergebnis würde bei einem Gesetzentwurf mit betrachtet“, erklärte Ministeriumssprecher Wilhelm Deitermann. Eine entsprechende Kabinettsvorlage soll bis Ende 2012 erarbeitet werden und 2013 ins parlamentarische Verfahren gehen.
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