Lassie bellt bald auf Schloss Tatenhausen



Kreis Gütersloh (dop) - Wenn sie bellt, dann ist höchste Gefahr im Verzug. Schwanzwedelnd hat Lassie schon früh das Kino und die Schwarz-Weiß-TV-Unterhaltung der  50er- und 60er-Jahre beherrscht. Der Collie hat Filmgeschichte geschrieben. Und tut es noch. Demnächst auf Schloss Tatenhausen in Halle.

Hollywoods Vorzeige-Hund Lassie kommt 2020 erneut in die Kinos. Gedreht wird das Remake von „Lassie  Come-Home“ unter anderem auf Schloss Tatenhausen in Halle.

Das idyllisch gelegene Wasserschloss mit seiner postkartengerechten Weserrenaissance-Optik, 470 Jahre lang Stammsitz der Grafen von Korff und heute im Besitz der Freiherren Teuffel von Birkensee, ist eine der Kulissen fürs Remake „Lassie Come-Home“ (Arbeitstitel nach dem gleichnamigen Ursprungsroman). Der Familienfilm soll am 20. Februar 2020 in die Kinos <mediaobject class="imageleft" id="X0.7392688453529452" idref="X0.1069243573389349" type="image" uid="73911d68-b27a-41e1-9988-67730cbe5864" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/73911d68-b27a-41e1-9988-67730cbe5864/211f0d82-89f2-4011-8ed3-8895dabcf07b_glocke_gt_kreis_gt_101020171.jpg" uuid="73911d68-b27a-41e1-9988-67730cbe5864"> <element name="Unterschrift"/> <element name="Quelle"/> </mediaobject>kommen.

Regie führt der aus Bielefeld stammende Hanno Olderdissen, der sich als Filmemacher für Kinder und Jugendthemen („Wendy 2 – Freundschaft für immer“, „Rock my heart“, „Familie verpflichtet“) einen Namen gemacht hat. Zudem führt er Regie in der TV-Krimi-Serie „Der Bulle und das Biest“. Das Drehbuch schrieb Jane Ainscough, die unter anderem schon für Kinoerfolge wie „Die Wolke“, „Hanni und Nanni“ und die Leinwand-Adaption von Hape Kerkelings Selbstfindungsbuch „Ich bín dann mal weg“ verantwortlich zeichnet.

Vom Roman-Bestseller zum Kino-Kassenschlager

Die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zwischen einem Jungen und seiner cleveren Collie-Hündin Lassie basiert auf der Kurzerzählung des britisch-amerikanischen Autors Eric Knight, die erstmals 1938 erst in einer Zeitung erschien, 1940 dann zum Buch erweitert und in der Verfilmung 1943 mit Liz Taylor zum großen Kassenschlager wurde.

Auch in Hanno Olderdissens Remake müssen sich der zwölfjährige Flo und Lassie trennen, weil der Vater seinen Job verliert und die Familie, die bislang glücklich in einem Haus in Bayern lebte, notgedrungen in eine kleinere Wohnung umziehen muss. Dort aber sind Hunde nicht erlaubt. Lassie kommt in die Hände des Grafen von Sprengel, der mit ihr und seiner Enkelin Priscilla an die Nordsee reist. Als der fiese Hausmeister des Grafen Lassie nicht gut behandelt, nutzt sie die Gelegenheit zur Flucht und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Deutschland zu Flo.

Dreharbeiten in Berlin, Brandenburg, Tschechien und OWL

Am Dienstag starten die Dreharbeiten. Die erste Klappe fiel in Berlin. Von dort geht es nun weiter zu verschiedenen Filmsets in Brandenburg, Tschechien, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Wann genau am Schloss Tatenhausen gedreht wird, will die Produktionsfirma Henning Ferber aus guten Gründen nicht bekannt geben. Denn Lassie hat nach wie vor unzählige Fans, die wohl nur zu gern mal einen Blick auf den Vierbeiner werfen möchten. Wenn das Filmteam Richtung Teuto reist, wird es übrigens nicht nur am Schloss Tatenhausen, sondern dem Vernehmen nach auch noch einen kurzen Dreh am Haller Klinikum absolvieren.

 Noch nicht klar ist, ob nur ein(e) Lassie-Darsteller(in) oder mehrere mit dabei sind. Eingeschworene Fans wissen, dass die erste Film-Lassie, die sich 1943 im Kino so vertrauensvoll an die damals erst elfjährige Liz Taylor schmiegte und ihr damit beim großen Karrieresprung quasi das Pfötchen hielt, von einem Rüden namens Pal dargestellt wurde. Er und einige seiner nicht weniger gut dressierten Nachkommen traten dann später auch in der Rolle in der Fernsehserie auf. Man nahm Rüden, weil das Fell der männlichen Hunde voller und damit telegener war als das einer Hündin.

Von vier- und zweibeinigen Stars

Allein von 1954 bis 1973 flimmerte Lassie – oder ein Double – in 19 Staffeln knapp 600 Mal über die US-Mattscheiben. Ab 1959 biss sich der Hund auch in deutschen Wohnzimmern erfolgreich gegen den schnatternden Flipper und den wiehernden Hengst Fury durch und bellte sich in die Herzen von Groß und Klein. Lassie war so beliebt, dass sie auf dem Walk of Fame in Hollywood sogar einen Stern bekam und dafür ihre Pfoten selbstbewusst in den Zement drückte.

Auch Hanno Olderdissens neuer Film ist mit Prominenz besetzt, mit deutscher. Den zwei jungen Hauptdarstellern Nico Marischka und Bella Bading, die Flo und Priscilla spielen, steht ein renommiertes Ensemble zur Seite: Mit dabei sind Sebastian Bezzel (Bodensee-„Tatort“), Grimme-Preisträger Matthias Habich („Freiherr von Trenck“, „Der Vorleser“), Bambi-Siegerin Anna Maria Mühe („Solo für Weiss“, „Mein Blind Date mit dem Leben“), Justus von Dohnanyi („Charité“, „Das Pubertier“), Johann von Bülow („Tatort“, „Letzte Spur Berlin“) und Jana Pallaske („Fuck ju Göhte“, „Männerherzen“). Da muss die hechelnde Hunde-Heldin schon auf Zack sein. Aber wer, wenn nicht Lassie, wäre dafür genau richtig?

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