Lastwagen bringen Schotter im Minutentakt



Kreis Gütersloh (mn) - Es ist derzeit nicht die größte, wohl aber die schnellste Baustelle in der Region: Innerhalb von drei Wochen wird auf einer sechs Fußballfelder großen Fläche auf dem Areal desrPolizeischule in Schloß Holte-Stukenbrock eine Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge aus dem Boden gestampft.

Auf Hochdruck laufen die Erdarbeiten für die Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge auf dem Gelände des Polizeiausbildungsinstituts in Stukenbrock-Senne. Gleichzeitig wird auf der einen Seite Mutterboden abgefahren und auf der anderen Seite Schotter eingebaut.

Die Erdarbeiten für die Notunterkunft laufen in zwei Schichten von 6 Uhr bis Mitternacht. Mehr als 100 Kräfte sind im Einsatz. Im Minutentakt bringen 60 Lastwagen tonnenweise Schotter auf den Platz, um ihn kurz drauf – dann voll beladen mit abzufahrendem Mutterboden – wieder zu verlassen. Die Zeit drängt. Am Sonntag werden erste Wege asphaltiert, am Montag erste Zelte aufgestellt – und am 21. September kommen die Flüchtlinge.

Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge entsteht in drei Wochen

„So etwas hat es in der 60-jährigen Geschichte unseres Unternehmens noch nicht gegeben“, sagt Mathias Schlotmann. Am Freitag vor einer Woche hat der Tiefbauunternehmer aus Hövelhof die Ausschreibung bekommen, am Wochenende intensiv gerechnet, am Montagmorgen sein Angebot abgegeben und am späten Nachmittag den Zuschlag erhalten.

Wenig später begann die Einrichtung der Baustelle auf dem 45 000 Quadratmeter großen Gelände in Stukenbrock-Senne. Das hatten zuvor Mitarbeiter der Firma WF Forstarbeiten aus Verl von Busch- und Strauchwerk sowie Bäumen befreit – im Auftrag des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) und in Absprache mit der Forstbehörde.

„Wenn alle wollen, klappt so etwas“

„Wenn alle wollen, dann klappt so etwas“, sagt BLB-Abteilungsleiter Matthias Cramer (Bielefeld) mit Blick auf das „ein bis zwei Millionen Euro“ teure Vorhaben. Projektleiter und Bauingenieur Frederik Köhler von der Bezirksregierung Detmold pflichtet ihm bei. Und so wird eben auf der einen Seite des Platzes noch Mutterboden abgefahren, während am anderen Ende das Schotterplanum schon fertig ist. Tiefbauer Mathias Schlotmann setzt dafür eigens eine neue, satellitengesteuerte Raupe ein.

Den Großauftrag konnte der Hövelhofer von jetzt auf gleich nur übernehmen, weil andere Bauherren zurückgesteckt haben und er maschinelle sowie personelle Unterstützung von befreundeten Firmen bekommen hat. Weiterer Vorteil: Schlotmann betreibt in der Nähe ein Wertstoffzentrum und zwei Kiesgruben. Von dort kommt der Schotter und dort wird der abgefahrene Boden auch zwischengelagert.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 5. September.

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