Libori setzt 2020 auf digitale Formate



Paderborn (bit). Wenn es um das Liborifest geht, sprechen die Paderborner gern vom Ausnahmezustand. 1,5 Millionen Besucher strömen in normalen Zeiten in die Stadt. Die Ausnahme erleben die Paderborner vom 25. Juli bis 2. August dieses Jahres: Alle Großveranstaltungen sind coronabedingt abgesagt.

Coronabedingt findet „Libori digital“ als Volksfest der Herzen statt. Das Foto zeigt in Paderborn (v.l.) Digitalisierungspartner Christoph Meironke, Pressereferent Jens Reinhardt (Stadt Paderborn), Bürgermeister Michael Dreier (CDU) und Pressesprecher Benjamin Krysmann (Erzbistum Paderborn).

Dazu zählen der Rummel auf dem Liboriberg mit 150 Schaustellern, der Pottmarkt auf dem Kleinen Domplatz mit 130 Beschickern, aber auch die Schrein-Prozession am Sonntag mit den Reliquien des Bistumspatrons Liborius, die im Jahr 836 von Le Mans (Frankreich) an die Pader kamen.

Im nächsten Jahr wieder analog feiern

Nächstes Jahr möchte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) auf jeden Fall wieder analog feiern, wie er gestern im Historischen Ratssaal sagte. Er lobte zugleich die aktuelle, aus der Not geborene Plattform „Libori.Digital“ – entwickelt von Christoph Meironke als Digitalisierungspartner und Andre Weihrauch als Mediendienstleister. „So kann Paderborn als digitale Modellregion glänzen“, sagte der städtische Pressereferent Jens Reinhardt.

Der „digitale Bierbrunnen“ orientiert sich stark am Original vor dem Rathaus: Die Veranstaltung wird täglich von 19 bis 20 Uhr im Online-Programm auf TV, PC, Tablet und Smartphone mit Livemoderatoren und Interviews übertragen. Jede Ausgabe endet mit dem Paderborn-Lied. Obwohl das Bier nicht am Brunnen vor dem Rathaus getrunken werden kann, haben die Libori-Veranstalter 1500 Krüge mit Stadtwappen und rotem Herz für einen guten Zweck verkauft.

Täglich 30 Minuten Libori-TV

Benjamin Krysmann als Pressesprecher des Erzbistums Paderborn stellte das neue Format „Libori-TV“ vor. Es sendet während des Triduums, also samstags bis dienstags von der Ausstellung des Liborischreins im Hochchor des Domes bis zur Rückführung in die Krypta, täglich 30 Minuten. Spannende Beiträge mit Themen und Menschen, die Libori ausmachen, sind zu erwarten.

Krysmann spricht von „verlängerten Kirchenbänken“ und meint die Übertragung liturgischer Handlungen aus dem Dom in die Gaukirche gleich gegenüber sowie in die Busdorfkirche und die Marktkirche. Die Metropolitankirche selbst ist nur mit Eintrittskarten zu betreten. Schon am morgigen Freitag spricht Erzbischof Hans-Josef Becker zur Sonderausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“, mit der das Diözesanmuseum wieder für Besucher öffnet.

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