Linksfraktion im Ahlener Rat spaltet sich



Ahlen (mk) -  Die Linksfraktion im Ahlener Stadtrat hat sich gespalten. Dirk Tutat hat seinem Mitstreiter in der bisherigen Zwei-Mann-Fraktion die Zusammenarbeit aufgekündigt und ist auch aus der Partei ausgetreten. Er will aber sein Ratsmandat behalten, so dass demnächst zwei Einzelkämpfer im Kommunalparlament vertreten sind.

Nachdem bei den Linken schon längere Zeit Konflikte schwelten und ein Zerfall drohte, hat Dirk Tutat, der seit der Kommunalwahl im Mai 2014 Ratsmitglied ist, am Mittwoch für sich die Konsequenzen gezogen. In einer E-Mail informierte er seinen Fraktionschef Reiner Jenkel und die Parteimitglieder über seine Entscheidung. Tutat selbst war für das „AT“ am Donnerstag nicht zu sprechen. Er überließ Reiner Jenkel eine Stellungnahme zu seinen Beweggründen.

Dieser bedauerte die für ihn überraschende Entwicklung, denn politisch und menschlich habe er mit Dirk Tutat keine Probleme gehabt. In einem Telefonat am Donnerstag, das Jenkel mit Tutat geführt habe, habe dieser Schwierigkeiten mit anderen Parteimitgliedern als Grund für seinen Austritt genannt. Außerdem ärgere sich Tutat über die schleppende Haushaltssanierung und die ungerechte Sportförderung. Aber auch mit dem umstrittenen Thema der NS-belasteten Straßennamen hatte Tutat innerparteiliche Konflikte ausgelöst. Wegen seines Tons in öffentlichen Verlautbarungen war er kritisiert worden.

Das Fass zum Überlaufen bei seinem Ex-Fraktionskollegen habe zuletzt wohl die öffentliche Auseinandersetzung um den Linken-Boykott des Neujahrsempfangs von Stadt und Bundeswehr gebracht. (das „AT“ berichtete). In der Sache, nämlich der Absage, sei man sich zwar einig gewesen, berichtete Jenkel, aber Tutat hätte sich bei der Begründung eine schärfere Gangart von ihm gewünscht. Kurzum: „Er steht mit der Partei auf Kriegsfuß“, meinte Jenkel.

Lesen Sie mehr in der Freitagausgabe des „AT“.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.