Abwehr ist die beste Verteidigung
„Da steht man draußen und denkt nur: auch das noch!“ Ralf Bellenhaus will in Liesborn das Komplettpaket installieren.

 „Die Mannschaft ist in erster Linie von Stürmern geprägt“, war das für den neuen Trainer Ralf Bellenhaus natürlich nichts Neues. „60:40 Prozent pro Defensive sollten es sein, 30:70 sind es hier aber.“ So was kriegt man in 270 Minuten nicht raus. In seinen ersten drei Spielen hat der Heider-Nachfolger beim abstiegsgefährdeten Bezirksligisten auch sieben Tore kassiert. „Diesen Schalter umzulegen, ist ganz schwer“, weiß der 52-Jährige, geht seinen Erzieher-Job aber voller Optimismus an.

Denn Bellenhaus glaubt sowohl an Qualität als auch an das Potenzial seiner Jungs. Aber das immer in Relation. „Man muss anerkennen, dass wir alle Amateure sind“, hat er Verständnis, wenn manchmal die Kraft nur 60 Minuten reicht, wenn die Ballannahme holprig ist und deshalb individuelle Fehler passieren – wie zuletzt beim 3:5 in Lohauserholz, als seine stürmischen Westfalen eine 3:1-Führung verstolperten.

„Da steht man draußen und denkt nur: auch das noch!“ Aber egal, dafür hat er ja sein Amt angetreten – Liesborn das Komplettpaket zu vermitteln, ohne dabei die Lust aufs Toreschießen zu verlieren. „Verteidigen fängt beim Stürmer an“, predigt er und will das nun geduldig vermitteln. Teamwork – einer hilft dem anderen („Das spart Körner“, so Bellenhaus) – um die Quote von unsäglichen 3,4 Gegentoren pro Spiel dramatisch zu senken. Ziel am Ende der bislang verkorksten Saison: oberhalb der Zehner-Marke landen.

Vorausgesetzt, sie lernen noch, dass ein 6:1 über Herringen mit Hurrafußball nichts wert ist, wenn danach mangels defensivem Mitdenken ein 3:5 folgt. Bellenhaus glaubt fest an den Erfolg seiner Mission: „Die Spieler sind mit Begeisterung dabei. Es ist sehr harmonisch und wir lachen viel.“ Mit Humor genommen, fällt eben auch Lernen leichter.

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