Ahlener Boxer treffen Ahlener Handballer
Bilder: Henning Wegener
Trainer unter sich: Sascha Bertow (l.) im Nahkampf gegen BSK-Trainer und Ex-Weltmeister Norbert Nieroba. ein sportlicher Spaß mit enormen Trainingseffekt.
Bilder: Henning Wegener

 „Hey, das macht Spaß, guckt mal, ich komm ja richtig in Schweiß“, grinst der ehemalige WBU-Weltmeister im Supermittelgewicht und tänzelt dem armen Handballer hinterher. Da hatte sich Felix Harbaum wohl zu früh gefreut. „Guck mal, da kommen unsere Gegner!“, war der 19-Jährige noch ganz entspannt, als der BSK-Boxer Raphael Bonenkamp die Box-Birnen hereintrug. Eine verständliche Fehleinschätzung.

In der Halle der Barbara-Schule trafen gestern zwar vor allem die Boxer des BSK Ahlen die Handballer der Ahlener SG, aber das sportlich-fachfremde Rendezvous machte allen Spaß wie Bolle. „Das ist doch mal was anderes, und es bringt richtig was“, keucht der ASG-Coach Sascha Bertow schweißüberströmt, als Nieroba auch ihn endlich aus dem Nahkampf entlässt. Überhaupt hält der Trainer des Handball-Drittligisten viel von Abwechslung.

Vorgestern jagte er seine Jungs gegen den Kreisligisten FC Mecklenbeck auf den Fußballrasen, wo sie immerhin nur mit 2:8 (Tore: Wischniewski, Doller) geschlagen wurden. Geschlagen wurden sie auch gestern, nur besorgten das die Trainer des Box-Sport-Clubs, Nieroba und Norbert Rath, sowie deren Schützlinge mit allerdings eher sanften Links-Rechts-Kombinationen. Eine Gaudi auf blauer Augenhöhe.

 Denn auch die Handballer sind durchtrainiert – allerdings mit ganz anderer Motorik. „Es ist die Atmung“, hat Norbert Rath fast Mitleid, als er sieht, wie sich Torwart Malte Istel oder Dominik Weigel beim Schattenboxen einen Knoten in die Arme schrauben. „Das ist für die ungewohnt, nach 30 Sekunden Sparring sind die Ärmsten platt.“

Hat Bertow nichts dagegen, so lange die Zähne drin bleiben. Der Trainingseffekt ist enorm, auch wenn diesmal nicht das Runde ins Eckige, sondern das Harte ins Weiche treffen soll. Spätestens beim Auftritt am Sandsack sind bei Dennis Richter und Co. die Arme schwer wie Blei, könnte ja das nächste Mal beim Einsatz am Handball-Kreis beim Schubsen, Drängen und Schieben von Nutzen sein. Und Bälle gab’s beim Boxen auch. „Klar können wir die rauskramen“, fletscht Nieroba die Zähne. „Medizinbälle.“ Wie man hört, verzichteten die Handball, schlau wie sie sind.

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