Alles klar: Antwerpen bestätigt Abschied
Hurra, ich bin bald weg! Trainer Marco Antwerpen, hier mit Kapitän Felix Backszat,  hat seinen Abschied zum Saisonende nun auch seinen Spielern mitgeteilt.

„So ein Wechsel ist ja ein ganz normaler Vorgang“, sagt Antwerpen. „Ich war vier Jahre bei RW Ahlen, wir haben vieles erreicht und mit dem Aufstieg sowie den Chancen auf den Klassenerhalt noch zwei Sensationen nachgeschoben.“ Seine bereits informierten Spieler sahen das wohl ähnlich, der ganz große emotionale Auftritt war es am Samstag am Wersestadion nicht. Immerhin war noch der Vorsitzende Dirk Neuhaus aufgetaucht, um seinem (Noch-)Trainer „zur Bundesliga-Reifeprüfung“ zu gratulieren und noch ein paar Worte an die Spieler zu richten. Die hatten noch immer kein Gehalt für Februar erhalten, zudem war das Gerücht im Umlauf, RW Ahlen wolle keine Regionalliga-Lizenz beantragen. Beides hat Neuhaus definitiv von sich gewiesen. Das Gehalt sei inzwischen überwiesen („Fast schon Routine. Die Wintermonate sind nun mal schwierig und wir werden auch weiterhin von der Hand in den Mund leben.“) und die Lizenz-Beantragung würde - wie immer - auf den letzten Drücker auf den Weg gebracht. Das ist der Dienstag, 15. März:  „Wir machen das schon, wenn auch wieder am letzten möglichen Tag“, so Neuhaus.

Das kann Antwerpen eigentlich schon schnuppe sein. Der Trainer startet nun in seinen letzten Ahlener Akt - den Klassenerhalt. Sorgen, dass die aktuell guten Leistungen nach der frühen Ankündigung seines Abschieds nachlassen könnten, habe er keine. „0,0 Risiko. Ich war ja auch schon zehn Monate bei meinem Lehrgang zum Fußballlehrer die halbe Woche nicht da. Auch das hat die Mannschaft weggesteckt und gut gelöst.“

Was danach käme - so der 44-Jährige - wisse er noch nicht. Die Gerüchte um Viktoria Köln als nächsten Arbeitgeber weist Antwerpen von sich: „Überhaupt nicht!“ Aber auch mit anderen Vereine sei er noch nicht im Gespräch. „Ich hoffe, die sehen das mit der guten Arbeit ähnlich wie ich“, will sich Antwerpen auf seine Reputation verlassen und dass die Nachricht seines angekündigten Weggangs als inoffizielle Bewerbung schnell die Runde macht. „Aber jetzt will ich erst das Westfalenpokal-Finale erreichen und den Klassenerhalt schaffen“, beginnt der Trainer nun die Arbeit an seinem Ahlener Vermächtnis. „Ich will die Latte für meinen Nachfolger so hoch wie möglich legen“, lächelt er.

Bereits jetzt, so hört man, gehen beim Verein erste Bewerbungen um den bald vakanten Posten ein. Aber der dann neue Übungsleiter könnte es schwerer haben als gedacht. Marco Antwerpen analysiert: (und schließt mal eben die Ära in der Zweiten Bundesliga aus) „Ich hatte an diesem Samstag wohl die stärkste Mannschaft in der Kabine sitzen, die RW Ahlen jemals hatte.“ Aber er fürchtet, dass es nicht so bleibt - aus demselben Grund. „Natürlich bieten sich viele Spieler an. Die haben sich hier in Ahlen hervorragend entwickelt und, nicht zu vergessen, sind auch günstig. Da sind schon einige kurz vor dem Absprung.“ Wie der Vorsitzende des immer noch insolventen Vereins, Dirk Neuhaus,  schon sagte: „Ist fast schon Routine.“ Wer von der Hand in den Mund lebt, kann nun mal keinen Speck ansetzen.

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